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HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, FRANK SCHIRRMACHER, HOLGER STELTZNER

Radsport Franke zeigt T-Mobile-Profis an

 ·  Werner Franke hat die Tour-Teilnehmer des T-Mobile-Teams 2006 wegen Betruges angezeigt. Die Strafanzeige des Dopingexperten richtet sich auch gegen den damaligen Teamchef Olaf Ludwig.

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Der Doping-Experte Werner Franke hat gegen Andreas Klöden und weitere frühere T-Mobile-Profis Strafanzeige wegen Betrugs erstattet. Dies bestätigte der Heidelberger Molekularbiologe am Sonntag. Franke ist davon überzeugt, dass „zwischen fünf und sieben“ Radprofis während der Tour de France 2006 an der Freiburger Universitätsklinik gedopt haben.

Namentlich habe er in der Strafanzeige auch Klöden, den Nürnberger Matthias Kessler, den damaligen Kapitän Michael Rogers (Australien), den Ukrainer Sergej Gontschar und den Italiener Eddy Mazzoleni aufgelistet, erklärte Franke. Zudem werde er an diesem Montag eine Anzeige wegen Betrugs und Anstiftung zum Betrug gegen Olaf Ludwig, den damaligen Sportlichen Leiter des T-Mobile-Teams, abschicken. „Olaf Ludwig war der verantwortliche Teamleiter. Will der nicht gemerkt haben, dass seine Fahrer bei der Tour für mehrere Stunden verschwunden sind?“, fragt Franke.

Auslöser Sinkewitz

Der 32 Jahre alte Klöden und der bis Mitte 2009 wegen Testosteron-Dopings gesperrte Kessler bestreiten, jemals Blutdoping betrieben zu haben. Der Wahlschweizer Klöden fährt seit 2007 für den Astana-Rennstall, der in diesem Jahr von Giro d’Italia und Tour de France ausgeladen wurde. Kessler wurde von Astana nach dem Dopingfall fristlos entlassen.

Ausgelöst wurden die Berichte über Doping mit Eigenblutkonserven an der Freiburger Uniklinik durch den Radsport-Kronzeugen Patrik Sinkewitz. Der frühere T-Mobile-Fahrer hatte zugegeben, nach der ersten Etappe der Tour 2006 von Straßburg nach Freiburg gefahren zu sein, um sich dort unter der Regie der damaligen Teamärzte Lothar Heinrich und Andreas Schmid Bluttransfusionen zu unterziehen.

Gerüchte über „Rhein-Konvoi“

Gerüchte über einen „Rhein-Konvoi“ des früheren Bonner Rennstalls während der Frankreich-Rundfahrt zum Eigenblut-Doping in den Breisgau bestätigte Sinkewitz nicht. „Es war kein anderer Fahrer in meinem Auto nach Freiburg dabei“, sagte der Hesse Anfang Januar.

Franke ist jedoch überzeugt, dass Sinkewitz nicht allein zur Uniklinik gefahren ist. Die Namen, die er in der Anzeige an die Staatsanwaltschaften Bonn und Freiburg aufgelistet habe, habe er von der Ergebnisliste der Tour 2006 abgeschrieben. „Meine Intention ist , diesen immensen Missbrauch an einer deutschen Uniklinik aufzudecken“, sagte Franke.

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Von Michael Reinsch

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