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Radsport Dopingvorwürfe gegen Gerdemann

Der deutsche Radprofi Linus Gerdemann steht unter Dopingverdacht. In einem Beitrag der ARD-Sportschau wurde er in Zusammenhang gebracht mit auffälligen Blutwerten. Der deutsche Hoffnungsträger weist die Vorwürfe von sich.

© ddp Vergrößern Im Gerede: Linus Gerdemann

Der deutsche Radsport ist wieder ins Gerede gekommen, und betroffen davon ist nun auch Linus Gerdemann. Der Profi aus Münster, Galionsfigur des Teams Milram, wurde in einem Bericht der „ARD-Sportschau“ am Sonntagabend im Zusammenhang mit auffälligen Blutwerten genannt. Dies bezog sich auf ein Gutachten von Hamburger Blutexperten, das von der Staatsanwaltschaft Freiburg eingeholt worden sein soll.

Die Behörde hatte gegen das Team Telekom und gegen T-Mobile wegen des Vorwurfs des systematischen Dopings ermittelt. Nach den Unterlagen, die die ARD angeblich aus Hamburg erhalten hat, soll es bei Gerdemann im ersten Halbjahr 2006 erhebliche Schwankungen in der Hämoglobinkonzentration gegeben haben.

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Sie könnten, so hieß es in der Sendung am Sonntag, einen Schatten auch auf den Erfolg Gerdemanns 2007 bei der Tour de France werfen. Der Rennfahrer, damals noch in Diensten von T-Mobile, hatte 2007 eine Etappe bei der Tour gewonnen und einen Tag lang das Gelbe Trikot getragen. Gerdemann sagte zu den, so die ARD, „hochbrisanten Ergebnissen“ aus Hamburg: „Das sagt mir jetzt überhaupt nichts.“ Er sei ja kein Mediziner. Manipulationen könne er aber ausschließen, behauptete Gerdemann.

Auch gegen Jan Ullrich, der von T-Mobile 2006 wegen vermeintlicher Kontakte zum spanischen Dopinggeflecht suspendiert worden war und danach seine Karriere beendete, wurden in der ARD neue Anschuldigungen erhoben. Sie zielten in die gleiche Richtung wie in der Causa Gerdemann. In diesem Fall handelt es sich um 2006, aber auch um 1997 - damals war Ullrich Tour-Sieger geworden. Auch für dieses Jahr soll es laut ARD belastende Indizien geben. Ullrich sagte dazu „Ich kenne überhaupt keine Vorwürfe.“

Quelle: F.A.Z.

 
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