Christian Prudhomme hat die an der Tour de France teilnehmenden Rennställe aufgefordert, keine Fahrer an den Start gehen zu lassen, die in die Affäre „Puerto“ um den spanischen Mediziner Eufemiano Fuentes verwickelt sind.
Der Tour-Direktor will damit für den Start am 7. Juli in London ein ähnliches Szenario wie vor einem Jahr in Straßburg verhindern, als unter anderen Jan Ullrich, Jörg Jaksche und Ivan Basso vom Rennen ausgeschlossen wurden. Prudhomme setzte laut „L’Équipe“ bei seinem Appell auf die Unterstützung der Sportlichen Leiter. Er baut auf Erkenntnisse der deutschen Justiz.
„Informationen aus dem Umfeld von Ullrich“
Prudhomme: „Die Informationen, die aus dem Umfeld von Jan Ullrich kommen, haben die Verdachtsmomente gegen andere Fahrer erhärtet. Neun Blutbeutel sind Ullrich zugeordnet worden. Da kann der Radsport nicht tatenlos zusehen.“ Insgesamt waren über 50 Profis belastet worden, keinen von ihnen will Prudhomme bei der Tour sehen. Das gilt auch für Giro-Sieger Basso, der in Italien mangels Beweisen freigesprochen wurde und wieder Rennen fährt.
Für Jörg Jaksche, der am Donnerstag bei der Abruzzen-Rundfahrt seinen ersten Auftritt nach zehn Monaten Zwangspause hatte, ist die Tour wohl ohnehin kein Thema sein. Sein neuer italienisch-russischer Rennstall Tinkoff hat keine ProTour-Lizenz und dürfte angesichts der verpflichteten Dopingsünder Danilo Hondo und Tyler Hamilton auch keine Tour-Einladung erhalten.