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Radprofi John Degenkolb Irgendwann Eins A

 ·  John Degenkolb fährt für eine Mannschaft der zweiten Kategorie. Trotzdem hat der junge Deutsche Radprofi erstklassige Perspektiven. Bei Mailand - San Remo deutet er sein Talent an.

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© Kretzer, Michael Sieg aus vergangenen Tagen: John Degenkolb gewinnt noch im Trikot des Teams HTC Highroad in Frankfurt

Ein Rückschritt? Das sieht John Degenkolb keineswegs so, im Gegenteil. „Der Wechsel“, sagt er, „war für mich eher ein Vorteil.“ Er hatte die erste Liga des Radsports verlassen, nachdem das Team HTC-Highroad seinen Betrieb einstellte, und fährt nun für eine niederländische Equipe mit eigenwilligem Namen: Project 1t4i. Das klingt nach einem geheimnisvollen Bündnis. Tatsächlich aber verbirgt sich dahinter eine Mannschaft der zweiten Kategorie mit klaren und ehrgeizigen Zielen. Sie zu verwirklichen, sollen junge deutsche Radprofis wie Degenkolb oder Marcel Kittel helfen, die aus der Thüringer Talentschmiede stammen.

Der Erfurter Degenkolb ist 23 Jahre alt, er absolvierte 2011 seine erste Saison als Profi mit vielversprechenden Ergebnissen. Jetzt erregte er wieder Aufsehen - als Fünfter bei Mailand - San Remo. Degenkolb hatte am Samstag seine Premiere bei diesem Frühjahrsklassiker, und es war eine beeindruckende Vorstellung. Der Thüringer kam in Sichtweite zu dem Australier Simon Gerrans ins Ziel, der das fast 300 Kilometer lange Rennen knapp vor dem Schweizer Fabian Cancellara und dem Italiener Vincenzo Nibali gewann. Degenkolb mochte nicht um eine möglicherweise verpasste Siegchance trauern, sondern zeigte sich sehr zufrieden mit seinem Auftritt.

Selbstvertrauen für die nächsten Jahre

„Das gibt unwahrscheinlich Selbstvertrauen. Ganz vorne zu landen, kann ich mir für die nächsten Jahre vornehmen.“ Der Erfurter zählt zur Garde aufstrebender deutscher Radrennfahrer, und er glaubt, bei seinem niederländischen Team exzellente Fortbildungsmöglichkeiten vorzufinden. Reifen in der Zweitklassigkeit also: „Ich trage bei vielen Rennen Verantwortung“, sagt Degenkolb, er übernehme dann auch die Kapitänsrolle. Das wird vermutlich auch am 1. Mai so sein, wenn der Erfurter ein besonderes Projekt in Angriff nimmt: Er möchte dann seinen Vorjahreserfolg bei Rund um den Finanzplatz Eschborn - Frankfurt wiederholen. Er sei sehr zuversichtlich, sagte er kürzlich, dass dies gelingen werde.

Immerhin will Degenkolb sich in den kommenden Monaten auch für die Olympischen Spiele empfehlen. Dazu hofft der Jung-Profi, der betont, für einen „sauberen Radsport“ zu stehen, auf einen Start bei der Tour de France; sein Rennstall brauchte dafür allerdings eine Wild Card. Dass der Erfurter so oder so seinen Weg machen wird, gilt in der Branche als sicher. Erik Zabel zum Beispiel, der Mailand - San Remo viermal für sich entschieden hatte, zollte Degenkolb am Samstag hohe Anerkennung mit dem Wort „Chapeau“. Die Zeitung „Gazzetta dello Sport“ beschrieb ihn als einen „Protagonisten der Zukunft“. Nicht unwahrscheinlich also, dass Degenkolb eines Tages mit einem einfacheren Kürzel als derzeit verbunden werden wird: 1a.

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Jahrgang 1957, Sportredakteur.

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