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Radprofi im Rückwärtsgang „Bassos Bombe wird zum Knallfrosch“

09.05.2007 ·  Ivan Basso ist für seine Rolle rückwärts in der spanischen Doping-Affäre von der internationalen Presse scharf kritisiert worden. „Schon als 'erster großer Kronzeuge' des Radsports eingestuft, wird er dieses Trikot nur einen Tag getragen haben“, schrieb „Libération“.

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Giro-Sieger Ivan Basso ist für seine Rolle rückwärts in der spanischen Doping-Affäre von der internationalen Presse scharf kritisiert worden. „Was Basso liefert, ist eine Farce“, schrieb die spanische „Marca“ am Mittwoch. „Bassos Bombe wird zum Knallfrosch“, urteilte die italienische Zeitung „La Nuova Sardegna“. „Schon als 'erster großer Kronzeuge' des Radsports eingestuft, wird er dieses Trikot nur einen Tag getragen haben“, meinte die französische „Libération“.

Der italienische Rad-Profi Basso hatte am Dienstag „versuchtes Doping“ zugegeben, aber zugleich bestritten, jemals gedopt zu haben. „Das ist Pfuschwerk, und man weiß, dass auf ein Pfuschwerk das nächste folgen wird“, kommentierte „Marca“. Einhellig wurde festgestellt, dass Basso wenig zur Aufklärung beigetragen habe. „Die lauwarmen Geständnisse des Ivan Basso“, schrieb die „Basler Zeitung“. „Basso hat die Radsport-Fans enttäuscht. Statt Enthüllungen zu liefern, hielt er sich an das Drehbuch der Absprachen, die seine Anwälte mit dem italienischen NOK getroffen haben“, meinte die spanische „El País“. Basso sei in seinem Teilgeständnis nach der Strategie „Zwei Schritte vor, einer zurück“ vorgegangen, urteilte das französische Blatt „Le Figaro“.

Lügen, ohne rot zu werden

Nach „Bassos Vollbremsung“ forderte die italienische „Corriere della Sera“ ihren Landsmann auf: „Du hast keine Wahl: Sag die Wahrheit!“ Die belgische „Het Laaste Nieuws“ glaubt allerdings nicht, dass der 29-Jährige Licht in die Affäre um den spanischen Arzt Eufemiano Fuentes bringen wird. Vielmehr habe Basso die Hoffnung auf einen Durchbruch „fachmännisch abgewürgt“: „In keinem Fall wird er seine Radsport-Kollegen und Kunden von Fuentes an den Galgen liefern.“

Für den Schweizer „Tages-Anzeiger“ ist Basso tief gefallen: „Ivan Basso, der Held, wurde zu Ivan Basso, dem Lügner.“ Er könne „nach dem Rezept aller ertappten Dopingsünder“ lügen, ohne rot zu werden. Bassos Teil-Geständnis stehe symptomatisch für den gesamten Radsport, befand die niederländische Zeitung „Trouw“: „Mit seinen wenig glaubwürdigen Dementis zur Vergangenheit hielt Basso die Lügenkultur des steuerungslos gewordenen Radsports auch gestern aufrecht.“

Quelle: FAZ.NET mit Material von dpa
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