20.09.2006 · Die Amerikanerin Kristin Armstrong hat sich im Zeitfahren vor Titelverteidigerin Thürig (Schweiz) das erste Gold bei der Straßen-WM in Salzburg geholt. Die deutschen Starterinnen Arndt und Worrack konnten dagegen die Medaillenhoffnungen nicht erfüllen.
Die ehemalige Weltmeisterin Judith Arndt hat die erhoffte Medaille zum Auftakt der Straßenrad-WM in Salzburg klar verpaßt. Im Einzelzeitfahren über 22,1 Kilometer kam die Leipzigerin in 36:09,23 Minuten auf den siebten Platz und verfehlte die Podiumsplätze damit um 34,98 Sekunden. Als zweite Starterin des Bundes Deutscher Radfahrer (BDR) wurde die Brandenburgerin Trixi Worrack (36:23,65) Neunte.
Der Sieg ging an die Amerikanerin Kristin Armstrong (35:04, 89), die sich nach Bronze im Vorjahr ihren ersten WM-Titel sicherte. Die 33jährige, die nicht mit dem siebenmaligen Toursieger Lance Armstrong verwandt ist, verwies die zweimalige Titelträgerin Karin Thürig (2004 und 2005) aus der Schweiz (35:30,46) und ihre bereits 37jährige Landsfrau Christine Thorburn (35:34,25) auf die Plätze.
„Wenig Chancen gegen Spezialistinnen“
„Man hat gesehen, daß sich einige Fahrerinnen nur auf dieses eine Rennen vorbereitet haben. Von denen ist das restliche Jahr nicht viel zu sehen. Gegen solche Spezialistinnen hat man wenig Chancen“, sagte Arndt, die im Straßenrennen am Samstag deshalb erneut mit Hoffnungen auf ein Top-Resultat an den Start geht. „Ich weiß nach diesem siebten Platz, daß meine Form stimmt. Das macht mich optimistisch für Samstag.“
Frauen-Bundestrainer Jochen Dornbusch hatte sich von seinen beiden Schützlingen etwas mehr erwartet. „Sie hatten beide nicht ihren besten Tag. Aber das kann passieren, bei so einem Rennen entscheidet die Tagesform. Unsere große Zielsetzung ist ja ohnehin das Straßenrennen“, sagte der Coach.
Schon bei der Zwischenzeit nach knapp der Hälfte der Strecke deutete sich an, daß die deutschen Starterinnen wohl nicht in den Kampf um die Medaillen eingreifen würden. Arndt lag zu diesem Zeitpunkt bereits mehr als 40 Sekunden hinter der Zwischenbestzeit, Worrack noch weiter zurück. Zwar konnte Arndt auf der zweiten Streckenhälfte noch einmal zulegen, doch nach ihren bislang insgesamt elf WM-Medaillen (Straße und Bahn) seit 1996 ging die Titelträgerin im Straßenrennen von 2004 dieses Mal leer aus.
Garrido, Medici und Nazaret unter Verdacht
Noch bevor die erste Fahrerin von der Rampe gerollt war, war „Doping“ wieder ein Thema: Drei Fahrer hatten nicht die Blutkontrollen des Weltverbandes Uci bestanden und wiesen in ihren Werten Unregelmäßigkeiten auf, die auf Doping hindeuten könnten. Die Argentinier Martin Garrido und Matias Medici sowie der Brasilianer Magno Nazaret wurden satzungsgemäß mit einer Schutzsperre von 15 Tagen belegt. Für sie ist die WM beendet. In weiteren Untersuchungen sollen herausgefunden werden, ob sie das Blutdoping-Mittel Epo verwendet haben.