05.04.2005 · Für Jan Ullrich hat die Radsaison begonnen. Er ging bei der Sarthe-Rundfahrt in Frankreich an den Start und kam zum Auftakt nach 197 Kilometern zwischen Saint-Hilaire-de-Riez und Varades mit dem Hauptfeld ins Ziel.
Am Dienstag vormittag um 11 Uhr hat für Jan Ullrich das „Unternehmen Tour“ im Westen Frankreichs bei strahlend blauem Himmel begonnen. Der 31jährige T-Mobile-Fahrer machte einen austrainierten Eindruck, als er in Saint-Hilaire auf die erste Etappe der Sarthe-Rundfahrt ging. Bei seinem Saisondebüt nahe der Loire-Mündung standen 197 Kilometer bis nach Varades an. Er kam mit dem Hauptfeld ins Ziel.
„Sarthe ist ein gutes Pflaster für den Anfang“, hatte Ullrich vor dem Start gesagt. „Nicht zu schwer, aber man muß schon schnell sein, um mithalten zu können. Ich bin hier ja schon 2003 und 2004 gefahren.“ Diesmal war sein Saisondebüt bereits für Anfang März bei der Murcia-Rundfahrt vorgesehen, doch eine Grippe warf ihn zurück: „Ich wäre definitiv noch nicht fit gewesen. Ich glaube, es war der richtige Weg, wie ich mit der Krankheit umgegangen bin.“
Intervalle hinter dem Motorrad
Mit der Vorbereitung in den vergangenen Wochen in der Toskana zeigte er sich sehr zufrieden: „Ich fühle mich sehr gut, das ist kein Vergleich zum Vorjahr.“ Er habe vier bis sechs Stunden täglich auf dem Rad gesessen, sei viele Berge gefahren, habe aber auch oft Intervalle hinter dem Motorrad mit bis zu 50 Stundenkilometern absolviert. Der Toursieger von 1997 will sich durch viele kleinere Rundfahrten für die „Große Schleife“ vom 2. bis 24. Juli einrollen: „Auf Sarthe folgt Aragon Mitte April, dann sehen wir weiter.“
Einen Deutschland-Start in nächster Zeit schloß er dabei aus: „Die wenigen großen deutschen Rennen sind für T-Mobile sehr wichtig, das gilt gerade für den Henninger Turm. Da sollten die Fahrer am Start sein, die am besten drauf sind - und dazu zähle ich noch nicht. Es würde niemandem nutzen, wenn ich dort nur zum Trainieren mitfahre.“
„Die Tour ist noch weit weg“
An der Loire-Mündung beginnt in drei Monaten auch die 92. Tour de France. Nach vier vergeblichen Anläufen will er wieder versuchen, Lance Armstrong vom Thron zu stürzen, doch das ist für Ullrich im Moment noch kein Thema: „Ich mache Schritt für Schritt, denke von Rennen zu Rennen. Die Tour ist noch weit weg.“
Eine Lanze brach er aber für Erik Zabel und distanzierte sich damit von seinem Freund Andreas Klöden, der sich gegen den Tourstart des Sprinters ausgesprochen hatte: „Die besten Neun werden fahren. Wenn Erik unter diesen Neun ist, dann fährt er auch. Da gibt es keine Diskussion.“