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Sydney-Hobart-Klassiker : Ein Millionär knackt den Rekord

Die Perpetual Loyal stellt bei der Sydney-Hobart-Regatta eine Bestmarke auf. Bild: AFP

Der australische Self-Made-Millionär Anthony Bell zeigt, was er und seine Profi-Crew können: Die Perpetual Loyal gewinnt die legendäre Sydney-Hobart-Regatta – und stellt eine besondere Bestmarke auf.

          Als Erste kam sie am zweiten Weihnachtstag aus dem Hafen von Sydney, als Erste erreichte sie die Ziellinie direkt vor den Kai von Hobart, auf dem Derwent River: Die australische 100-Fuß-Maxi Perpetual Loyal hat die 72. Auflage der Traditionsregatta Sydney-Hobart gewonnen und dabei den bisherigen Rekord aus dem Jahr 2012 um fast fünf Stunden unterschritten. Das Schiff von Anthony Bell brauchte für die 628 Seemeilen (1163 Kilometer) lange Strecke über die gefürchtete Bass-Strait einen Tag, 13 Stunden, 31 Minuten und 20 Sekunden.

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          Es geht los im Hafen von Sydney :
          Christoph Hein

          Wirtschaftskorrespondent für Südasien/Pazifik mit Sitz in Singapur.

          Aufgrund des fast durchgehenden Raumschotkurses entlang der australischen Küste in diesem Jahr können vielleicht gar acht Yachten den alten Rekord von einem Tag, 18 Stunden, 23 Minuten und 12 Sekunden unterbieten. Ihn hatte die ausgeschiedene Wild Oats XI aufgestellt. Der Abstand ist nun so groß, dass der neue Rekord auf Jahre Bestand haben könnte – denn die Wetterbedingungen für das diesjährige Rennen waren selten gut.

          Vor dem Einlaufen in Hobart hatte auch die deutsche Varuna VI, an achter Stelle liegend, noch eine Chance, die alte Bestmarke zu brechen. Mit ihr nahm der Hamburger Kaufmann Jens Kellinghusen als einziges deutsches Schiff an dem Rennen teil. Die Gesamtwertung nach berechneter Zeit, die Kellinghusen 2013 in seiner Klasse noch gewonnen hat, wird aber erst nach Ankunft des Feldes möglich sein.

          Für Bell ist es der zweite Sieg: Schon 2011 gewann er das Rennen, damals allerdings noch mit seinem früheren Boot Investec Loyal. In den vergangenen beiden Jahren schied Perpetual Loyal aus, so wie in diesem Jahr der Favorit Wild Oats XI. Er musste vor der Südostspitze Australiens aufgeben, nachdem die Hydraulik an seinem Schwenkkiel versagt hatte. Die Mannschaft fixierte den Kiel so, dass das Schiff mit einem stark gerefften Großsegel und ohne Fock in den Nothafen Eden zurückkehren konnte.

          Der 45 Jahre alte Bell hat seine eigene Steuerprüfungs- und Beratungsfirma in Sydney hochgezogen. Er ist mit der bekannten Moderatorin Kelly Landry, einem früheren Model, verheiratet und lebt in einem rund zwanzig Millionen Dollar teuren Haus mit Blick auf die Bucht von Sydney. Schon dort legte er den Grundstein für den Sieg. Denn die Perpetual Loyal kam – vor allem aufgrund der Fehler der Konkurrenz – am besten vom Start weg und führte an der ersten Tonne nach dem Hafen das Feld an.

          War er in den vergangenen Jahren immer wieder mit Berühmtheiten an Bord angetreten, so hatte Bell seine Mannschaft diesmal um einige Mitglieder der Profi-Crew des amerikanischen Vorjahresgewinners Comanche aufgestockt. Allerdings wurde die Perpetual Loyal schon vor Bondi Beach unter Spinnaker von der Wild Oats XI überholt. Sie lag dann vorne, bis sie ausschied. Es wird erwartet, dass die beiden im Rennen verbliebenen Maxis auf Platz drei (Scallywag) und sieben (CQS) landen werden. Dazwischen plazieren sich kleinere, starke Rennyachten. Einige von ihnen hatten sich schon in diversen Regatten um die Erde bewiesen. Für sie waren die Wetterbedingungen in diesem Jahr ideal.

          Quelle: FAZ.NET

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