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Paralympics Leichtathletik soll gerechter werden

Schluss mit den Ungereimtheiten: Das umstrittene Punktesystem in den paralympischen Wurf- und Sprungdisziplinen soll bis zu den nächsten Spielen in Rio de Janeiro abgeschafft werden. Auch das Publikum könnte die Wettbewerbe dann besser nachvollziehen.

© dpa Vergrößern Anderes System, mehr Gerechtigkeit: Weitspringer Markus Rehm

Die Leichtathletik-Wettbewerbe bei den nächsten Paralympischen Spielen 2016 in Rio de Janeiro sollen für die Athleten gerechter und für das Publikum leichter nachvollziehbar werden. So soll das umstrittene Punktesystem, das noch im vergangenen Sommer in London in den Wurf- und Sprungdisziplinen angewendet wurde, abgeschafft werden. Bislang war es so, dass der Sieger eines Wettkampfs in den sogenannten kombinierten Klassen erst mit Hilfe eines Punkteschlüssels ermittelt wurde, der die tatsächliche Leistung in Relation zur Schwere der Behinderung setzte - was zur Folge hatte, dass der Athlet mit der besten Weite oder Höhe nicht unbedingt auch der Sieger war. Zudem brachte der Punkteschlüssel selbst manche Ungereimtheit hervor. In London etwa war es für den oberhalb des Knies amputierten Wojtek Czyz im Weitsprung de facto unmöglich, den unterhalb des Knies amputierten Markus Rehm zu besiegen.

„Ein großer Schritt nach vorne“

Künftig könnten beide in einer eigenen Klasse an den Start gehen. „In Rio 2016 wird der- oder diejenige mit der größten Höhe oder Weite auch der Sieger sein“, sagte Ed Warner, der Vorsitzende des Technischen Komitees, am Freitag nach einer zweitägigen Konferenz in Frankfurt. „Das wird vom Publikum und von den Sportlern selbst als ein großer Schritt nach vorne gesehen werden.“ Zwar steht die endgültige Ratifizierung durch das Board des Internationalen Paralympischen Komitees (IPC) noch aus. Es sei aber „so gut wie sicher“, dass es so kommen werde, sagte Warner. In der Praxis dürfte das tatsächlich zu mehr Transparenz und Gerechtigkeit führen, wenngleich die Einteilung in Startklassen eine Herausforderung bleibt, die nie mit letzter Genauigkeit und Trennschärfe zu lösen sein wird.

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Die Frage der Rolle der Technik, die bei den Spielen von London vor allem im Fall des beidseitig unterschenkelamputierten Läufers Oscar Pistorius kontrovers diskutiert wurde, spielte bei der Frankfurter Konferenz keine große Rolle. Was in London „in der Hitze des Gefechts“ so ein großes Thema gewesen sei, habe sich „fast völlig gelegt“, sagte Warner. Es sei lediglich über ein paar Klarstellungen zur Ermittlung der erlaubten Prothesenlänge gesprochen worden; eine grundsätzliche Debatte über das Technik-Thema habe es aber nicht gegeben. Angesichts des Konfliktstoffs, der darin steckt, ist auch nicht auszuschließen, dass sich einfach niemand die Finger daran verbrennen wollte.

Quelle: F.A.Z.

 
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