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„Operación Puerto“ IOC fordert Ermittlungsakten aus Spanien an

12.03.2007 ·  Das IOC wird die spanischen Behörden zur „Freigabe der Beweismittel“ in der spanischen Dopingaffäre auffordern. Mit einer Schweigeminute haben die Radprofis vor der Fernfahrt Paris-Nizza gegen die Einstellung der „Operación Puerto“ protestiert.

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Das Ermittlungsverfahren in der spanischen Dopingaffäre "Operación Puerto" ist offiziell eingestellt worden. Dies gab der zuständige Untersuchungsrichter Antonio Serrano wie angekündigt am Montag in Madrid bekannt. "Es wurde Doping praktiziert, aber es wurde nicht gegen das Gesundheitsgesetz verstoßen", so Serrano in seiner 21 Seiten umfassenden Begründung. Die damals gültigen Paragraphen stellten "aktive Unterstützung von Doping" nicht unter Strafe, dies sieht erst das Ende Februar in Kraft getretene neue Gesetz vor. Gedopte Athleten bleiben aber allein der Sportgerichtsbarkeit unterworfen.

Gegen die Einstellung können die Staatsanwaltschaft und der spanische Radsportverband Rechtsmittel einlegen. Die Ermittlungen waren im Mai 2006 gegen fünf Personen um den Arzt Eufemiano Fuentes aufgenommen worden. Im Verlauf der Untersuchungen waren 51 Radprofis unter Dopingverdacht geraten, darunter auch die Deutschen Jan Ullrich und Jörg Jaksche. Ullrich und Kollegen hätten im Fuentes-Fall nur als Zeugen vorgeladen werden können.

Das Internationale Olympische Komitee (IOC) wird die spanischen Behörden zur "zeitnahen Freigabe der Beweismittel" auffordern. Ein entsprechender Antrag werde vorbereitet, sagte der Vorsitzende der Juristischen Kommission und IOC-Vizepräsident Thomas Bach. Das IOC unterstützt damit die Bemühungen des Internationalen Radsportverbandes (UCI), an die Unterlagen aus der "Operación Puerto" zu gelangen, um gegen die verdächtigten Fahrer Sportgerichtsverfahren einleiten zu können. Gegen Ullrich ermittelt weiter der aufgrund des Wohnorts zuständige Schweizer Verband.

Unabhängig davon ermittelt auch die Bonner Staatsanwaltschaft gegen Ullrich, gegen den eine Anzeige wegen Betrugs zu Lasten des Teams T-Mobile erstattet worden ist. Das vorläufige Ende des Sportgerichtsverfahrens gegen Ivan Basso in Italien - fälschlich oft "Freispruch" genannt - basierte vor allem darauf, dass die spanischen Dokumente bisher nicht verwertet werden durften.

Mit einer Schweigeminute haben am Montag die Teilnehmer an der Fernfahrt Paris-Nizza vor dem Start der ersten Etappe gegen die Einstellung der "Operación Puerto" protestiert. Der Ermittlungsrichter werde aufgefordert, alle Möglichkeiten auszuschöpfen, um die Dopinganschuldigungen aufzuklären, hieß es in einer Erklärung der Radsport-Profiteams.

Quelle: F.A.Z., 13.03.2007, Nr. 61 / Seite 32
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