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„Operacion Puerto“ Auch „Bella Jorge“ gestürzt

10.05.2007 ·  Die Staatsanwaltschaft hat ein Doping-Ermittlungsverfahren gegen Ivan Basso eingeleitet. Jörg Jaksche und Olympiasieger Tyler Hamilton wurden vom Tinkoff-Team suspendiert. Der Fall Fuentes zieht immer weitere Kreise.

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Die Staatsanwaltschaft im norditalienischen Busto Arsizio hat ein Doping-Ermittlungsverfahren gegen Ivan Basso eingeleitet. Dem Giro d'Italia-Sieger von 2006 wird ein Verstoß gegen das Antidopinggesetz vorgeworfen. Basso hatte in dieser Woche gestanden, mit Hilfe des spanischen Arztes Eufemiano Fuentes Blutdoping für die Tour de France 2006 vorbereitet, jedoch nicht durchgeführt zu haben.

Unterdessen hat das italienische Tinkoff-Team den Ansbacher Jörg Jaksche und den amerikanischen Olympiasieger Tyler Hamilton ab sofort suspendiert. Der Ausschluss gelte bis zur Aufklärung der gegen sie erhobenen Vorwürfe in der spanischen „Operacion Puerto“, teilte der Continental-Rennstall der zweiten Kategorie in einer Presseerklärung mit. Beide waren schon am Dienstag aus dem Kader für den am Samstag beginnenden Giro d'Italia gestrichen worden.

Hamiltons Olympia-Gold in Gefahr

Der 30-jährige Jaksche war nach langer Suche erst Mitte April von Tinkoff verpflichtet worden. Er hatte beim Astana-Team als Nachfolger von Liberty Seguros keinen neuen Vertrag erhalten. Gegen den mit österreichischer Lizenz fahrenden Jaksche liegen zahlreiche Indizien für eine Zusammenarbeit mit dem Madrider Arzt Eufemiano Fuentes vor. Codes wie „Bella Jorge“, die von den Ermittlern ihm zugeordnet werden, stehen auf Listen für Bluttransfusionen oder Gefrierschrank-Abteilungen; außerdem wurde er beim Treffen mit Fuentes-Mitarbeitern gefilmt. Jaksche bestreitet jedoch jede Manipulation.

Auch Hamilton ist als langjähriger Fuentes-Klient dokumentiert, unter anderem 2004 mit dem Hinweis „Ölwechsel“. Er war bei der Spanien-Rundfahrt 2004 des Blut-Dopings überführt und für zwei Jahre gesperrt worden. Sollte sich seine Puerto-Verwicklung bestätigen, dürfte ihm die im Zeitfahren von Athen 2004 gewonnene Goldmedaille nachträglich aberkannt werden. Man warte auf die spanischen Akten, sagte IOC-Vize Thomas Bach als Leiter der Disziplinarkommission.

Wada lehnt Kronzeugen-Bonus ab

Der des Dopingversuchs überführte Ivan Basso gibt sich reumütig: „Ich war ein Idiot, ich bitte alle um Verzeihung“, sagte der italienische Radprofi der Gazzetta dello Sport. „Ich bin nur ein Mensch, der einen Fehler gemacht hat“, entschuldigte sich der Giro d'Italia-Sieger von 2006. Der 29-Jährige betonte jedoch, keinen Strafnachlass zu erwarten. Das Nationale Olympische Komitee Italiens (Coni) würde Basso gerne mit einer Halbierung der vorgesehenen Dopingsperre auf ein Jahr belohnen, wenn er im Gegenzug helfen würde, die Dopingaffäre um den Fuentes aufzuklären. Die Weltantidoping- Agentur (Wada) lehnt dagegen weiterhin einen Kronzeugen-Bonus für Basso ab.

In Rom wartet Antidoping-Chef Ettore Torri noch auf eine offizielle Stellungnahme der Wada. Seine für diesen Freitag angekündigte Anklageerhebungen gegen Basso und den ebenfalls geständigen Michele Scarponi könnten sich deshalb verschieben. „Es ist richtig, dass ich für meinen Fehler bezahle“, so Basso.

Ein „Mann von großen Prinzipien“

Er hatte zugegeben, dass er Fuentes den Auftrag zum Blutdoping für die Tour de France 2006 erteilt habe. Basso wiederholte erneut, nie zuvor gedopt zu haben. „Meine Siege waren ehrlich“, betonte er. In seiner heftig kritisierten Pressekonferenz am Dienstag in Mailand habe er nichts verschwiegen. „Ich habe dort genau das wiedergegeben, was ich auch in den Anhörungen gesagt habe“, sagte Basso.

Damit betonte er indirekt nochmals, dass er keine anderen Fahrer belastet habe. Er selbst hätte jedoch schon viel früher reden müssen, gab Basso im Nachhinein zu. „Schon im Juni vergangenen Jahres hätte ich alles erzählen müssen“, sagte der Radprofi. Da er jedoch ein „Mann von großen Prinzipien“ sei, habe er seinen Fehltritt so sehr verdrängt, dass er mit niemandem darüber habe reden können.

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