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Olympische Spiele DOSB unterstützt Münchens Kandidatur

24.07.2007 ·  Die Kandidatur Münchens für die Olympischen Winterspiele 2018 bekommt die volle Unterstützung des Deutschen Olympischen Sportbundes. Gleichzeitig erteilte der DOSB den Ambitionen Berlins und Hamburgs auf eine Bewerbung für die Sommerspiele 2016 eine Absage.

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Mit einer Absichtserklärung für eine Münchner Kandidatur für die Olympischen Winterspiele 2018 hat der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) den Olympia-Hoffnungen von Hamburg und Berlin eine klare Absage erteilt. „Wir sind zu dem Schluss gekommen, dass wir einer Bewerbung für mögliche Winterspiele unter der Federführung der Stadt München sehr positiv gegenüber stehen“, sagte DOSB-Präsident Thomas Bach während einer Pause einer mehrstündigen Präsidiumssitzung am Dienstag in Frankfurt am Main.

Man sei offen für „Gespräche mit positivem Ausgang“, sagte Bach weiterhin. Die endgültige Entscheidung soll bei der Mitgliederversammlung des DOSB Anfang Dezember in Hamburg fallen. Für eine Sommer-Bewerbung 2016 sehe der DOSB derzeit keine Erfolgschance, entschied das Präsidium einstimmig. Im Jahr 2012 finden die Olympischen Spiele in London statt. Die Spiele 2018 werden 2011 vergeben, die Kandidaturen müssen 2009 beim Internationalen Olympischen Komitee (IOC) eingereicht werden. Die voraussichtlichen Kosten der Bewerbung bezifferte Bach auf 25 bis 35 Millionen Euro.

Schnellstmöglich kompaktes Konzept entwickeln

Als Außenstellen für mögliche Winterspiele 2018 sollen voraussichtlich Garmisch-Partenkirchen, wo drei Monate vor der Olympia-Vergabe 2011 die Ski-Weltmeisterschaften stattfinden, und die Bob- und Rodelbahn am Königssee dienen. Es sei nun wichtig, schnellstmöglich ein kompaktes Konzept zu entwickeln. Der Dachverband erwartet von München und den deutschen Wintersportverbänden bis zum Herbst die Vorlage eines Wettkampfstättenkonzepts. Zudem müssen erste finanzielle Garantien vom Land Bayern und vom Bund eingeholt werden.

„Wir dürfen uns aber nicht auf eine Bewerbung beschränken, die glänzende Sportstätten darstellt, sondern auch ein zündendes Motiv“, forderte Bach „moderne“ Olympische Winterspiele und prophezeite bereits einen harten internationalen Wettbewerb. München, das 1972 Gastgeber der Olympischen Spiele war, könnte somit als erste Stadt Ausrichter von Sommer- und Winterspielen werden. „Natürlich gibt es das Argument einer Premiere, aber das ist nicht unbedingt das, was die Mitglieder des Internationalen Olympischen Komitees vom Hocker reißt“, räumte Bach ein. „Ein gute Bewerbung verlangt ein klares Konzept und eine klare Festlegung der Finanzierung“, pflichtete DOSB-Generaldirektor Michael Vesper bei.

Nun müssen drei weitere Fahrer einsteigen“

Die Wintersportverbände reagierten mit Freude auf die Absicht, Olympische Winterspiele vier Jahre nach dem Spektakel im russischen Sotschi nach Bayern zu holen. „Thomas Bach hat uns den Bob bereit gestellt und selbst den Pilotensitz eingenommen“, sagte der Präsident des Deutschen Skiverbandes (DSV), Alfons Hörmann. „Nun müssen drei weitere Fahrer einsteigen: Die Politik, die Sponsoren und auch die Fachverbände.“ Noch in der ersten August-Hälfte will sich die Stadt München mit DOSB-Vertretern treffen. „Wir haben eine große und bedeutende Hürde genommen auf dem Weg, noch einmal Olympia-Stadt zu werden“, sagte Oberbürgermeister Christian Ude (SPD) am Dienstag in München.

Dagegen wird es nach den gescheiterten Versuchen von Berlin (für Olmypia 2000) und Leipzig (2012) vorerst keine Kandidatur für das größte Sportspektakel im Sommer geben. Durch die Vergabe der Spiele 2012 an London schätzt das DOSB-Präsidium die Chancen eines europäischen Kandidaten für 2016 als zu gering ein. Die drei letzten deutschen Olympia-Anläufe waren erfolglos geblieben: Berchtesgaden 1992, Berlin 2000 und Leipzig 2012 waren chancenlos.

„Berlin wäre fit für Olympische Sommerspiele“

Berlin bedauerte die Entscheidung. „Damit ist das Angebot von Hamburg und Berlin, Olympische Sommerspiele im Jahr 2020 auszurichten, im Prinzip vom Tisch“, sagte Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD). Es sei die Entscheidung des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB), mit wem er sich für welche Spiele bewerben wolle, betonte Wowereit. Das sei nicht die Entscheidung Berlins. Auch wenn München mit einer Bewerbung für die Winterspiele 2018 scheitern sollte, wäre es vom Zeitablauf gar nicht mehr möglich, für Berlin, Hamburg oder eine andere Stadt sich erfolgreich für die Sommerspiele 2020 zu bewerben.

„Berlin wäre fit für Olympische Sommerspiele, Hamburg auch.“ Die Hauptstadt hätte sich über einen sportlichen Wettbewerb mit Hamburg gefreut. Wowereit hatte sich wiederholt um die zweiten Olympischen Sommerspiele in der Hauptstadt nach 1936 stark gemacht. Berlin hatte sich bereits 1993 vergeblich um die Ausrichtung der Olympischen Spiele 2000 beworben. Von einem Rückzug Berlins sprach Wowereit nicht. Er schob die Verantwortung für die Entscheidung dem DOSB zu.

Hamburg will Münchens Bewerbung unterstützen

Die Stadt Hamburg bedauerte ebenfalls die Entscheidung des deutschen Sports zur Unterstützung Münchens als Kandidat für Olympische Winterspiele 2018, hält sich aber als Bewerber für Sommerspiele bereit. „Wir freuen uns, dass der DOSB eine Chance sieht, bereits 2018 die Olympischen Spiele zu uns nach Deutschland zu holen. Selbstverständlich würde Hamburg eine Bewerbung Münchens mit aller Kraft unterstützen. Allerdings ist es für uns auch eine Enttäuschung, dass damit aus unserer Bewerbung für 2016 wohl nichts wird“, sagte Hamburgs Bürgermeister Ole von Beust.

Gleichwohl halte Hamburg an dem Ziel fest, Austragungsort Olympischer Sommerspiele zu werden. „Wir sind von unserem Konzept der 'City Olympics am Wasser' überzeugt und haben die notwendigen Planungsflächen in der Hafen City bis 2028 gesichert“, betonte Beust. Gleichzeitig werde Hamburg sein Profil als national und international attraktive Sportstadt weiter schärfen. „Schon in wenigen Wochen sind wir Gastgeber der Triathlon-Weltmeisterschaft, wir werden weitere Europa- und Weltmeisterschaften nach Hamburg holen“, sagte Beust.

Bisherige deutsche Olympia-Bewerbungen

In der Olympischen Geschichte hat es bisher fünf erfolgreiche deutsche Bewerbungen und vier Ablehnungen gegeben. So wurden Berlin (1936) und München (1972) Ausrichter von Sommerspielen, Garmisch-Partenkirchen (1936) Veranstalter von Winterspielen. Die Zuschläge für Berlin 1916 und für Garmisch-Partenkirchen für 1940 fielen den beiden Weltkriegen zum Opfer. Nicht erfolgreich waren beim Internationalen Olympischen Komitee (IOC) die Bewerbungen für die Winterspiele 1960 (Garmisch- Partenkirchen) und 1992 Berchtesgaden) sowie für die Sommerspiele 2000 (Berlin) und 2012) Leipzig.

Erfolgreiche Bewerbungen:

- Sommerspiele 1916 (wegen 1. Weltkrieg unwirksam)
- Sommerspiele Berlin 1936
- Sommerspiele München 1972
- Winterspiele Garmisch-Partenkirchen 1936 und 1940 (wegen 2. Weltkrieg 1940 nicht ausgetragen)

Abgelehnte Bewerbungen:

- Winterspiele Garmisch-Partenkirchen 1960
- Winterspiele Berchtesgaden 1992
- Sommerspiele Berlin 2000
- Sommerspiele Leipzig 2012

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