06.04.2008 · Nun wird's wohl doch was mit Olympia in Peking. Deshalb eine Rache-Idee: im Medaillenspiegel China weglassen. Natürlich nicht ganz, nein: China wird von der Nationen- in die Namenswertung aufgelöst. Gewinnt Li die Zweibuchstabenwertung vor Xu und Wu?
Von Christian EichlerNun wird's wohl doch was mit Olympia in Peking. Zwar schwänzen alle Wichtigen der Welt die Eröffnung. Aber das dürfte das chinesische Wahrheitsministerium schon hinkriegen, mit Digitaltechnik oder Doppelgängern. Der Protest bei der olympischen Brandstiftung im Hain von Olympia fand im Staats-TV ja auch nicht statt.
Nun schlügen wir gern vor, dass im Gegenzug unsere Sender bei den Spielen alle chinesischen Sieger raus schneiden. Aber dann bliebe ja kaum noch Programm übrig. Deshalb eine andere Rache-Idee: im Medaillenspiegel China weglassen. Natürlich nicht ganz, das verbietet die Wahrheitsliebe, nein: China wird von der Nationen- in die Namenswertung aufgelöst.
Es gibt mehr Wangs als Deutsche
In China gibt es allein rund 130 Millionen Wangs, viel mehr, als es Deutsche gibt. Allein die Yangs, Zhangs, Lis und Xus hätten 2004 gemeinsam Platz drei im Medaillenspiegel belegt. 2008 also statt der öden Nationenwertung (1.: China) neue Spannung durch die lustige Namenswertung: Schaffen es die Zhangs wieder vor den Wangs? Gewinnt Familie Li die Zweibuchstabenwertung vor Xu und Wu? Was ist mit Schnick, Schnack und Schnuck? (Halt: noch nicht olympisch).
Und wer erinnert sich nicht lebhaft an das klangvolle Goldteam der Volleyballfrauen 2004: Chen, Chu, Feng, Li, Li, Liu, Song, Wang, Wang, Wang, Yang, Yang, Zhang, Zhang, Zhang, Zhao, Zhao, Zhou? Wie, niemand? Ach trügen sie doch Künstlernamen wie die Brasilianer, die Männer-Gold gewannen, mit Dante und André Heller. Oder knackige Zweisilber wie die Italiener, die holten Silber: mit Papi, Pippi und Cozzi.