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Olympia in München Ude: „Wir setzen auf Sieg“

09.08.2007 ·  Münchens Oberbürgermeister Ude will ein „kompaktes Sportstättenkonzept“ für die Bewerbung seiner Stadt für die Olympischen Winterspiele 2018. Doch das Gerangel der süddeutschen Wintersportorte um eine Beteiligung ist in vollem Gange.

Von Elisabeth Schlammerl, München
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Christian Ude hatte den Veranstaltungsort mit Bedacht gewählt. Rund hundert Gäste aus Politik, Wirtschaft und Sport trafen sich auf Einladung des Münchner Oberbürgermeisters am Mittwochabend zu einem „Olympia-Warm-up 2018“ im Olympiastadion. Ude wollte „am Ort der Olympischen Spiele von 1972 die symbolische Basis legen“ für eine erfolgreiche Bewerbung um die Winterspiele in elf Jahren. „Ich bin überzeugt, dass wir gute Chancen haben, falls sich der DOSB im Dezember entscheidet, eine Münchner Bewerbung weiter zu verfolgen. Wir setzen auf Sieg, nicht auf Platz.“

Der Zeitplan bis zur nationalen Entscheidung des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) am 8. Dezember sieht zunächst für diesen Freitag eine Klausurtagung der Wintersportverbände in Planegg vor. Danach werde „ein schlüssiges und vernünftiges Konzept“ präsentiert, sagte Alfons Hörmann, Präsident des Deutschen Skiverbandes und Sprecher der Wintersportverbände. In erster Linie geht es bei diesem Treffen darum, festzulegen, wo welche Wettbewerbe stattfinden sollen.

Alle wollen dabei sein

Natürlich haben in den vergangenen Wochen fast alle bayerischen Wintersportorte Ambitionen angemeldet. Vor allem Inzell als einer von drei deutschen Eisschnelllauf-Stützpunkten, der Biathlon-Standort Ruhpolding und Berchtesgaden mit seinem Zentrum für Bob- und Rodelsport. Alle drei Orte haben in den vergangenen Jahren regelmäßig international hochrangige Veranstaltungen organisiert.

Aber auch Reit im Winkl hat olympisches Interesse angemeldet, vor allem bei Rosi Mittermaier. Sie solle doch, bitteschön, ein gutes Wort für ihre Heimat einlegen, hat die Doppel-Olympiasiegerin von Innsbruck 1976 in den vergangenen Wochen immer wieder mal gehört.

Aber die Aussicht auf Olympia weckte auch anderswo in Bayern Begehrlichkeiten. Der Straubinger CSU-Bundestagsabgeordnete Ernst Hinsken forderte die Einbindung „benachteiligter Landesteile“ und dachte dabei natürlich in erster Linie an seine niederbayerische Heimat. Disziplinen wie Skilanglauf und Biathlon oder auch Eisstockschießen, falls bis dahin olympische Disziplin, könnten gut im Bayerischen Wald ausgetragen werden, schlug Hinsken vor, der zugleich Tourismusbeauftragter der Bundesregierung ist.

„Kompaktes Sportstättenkonzept“

Nach dem Treffen der Wintersportverbände im „Haus des Ski“ in Planegg wird wohl vielerorts Unverständnis herrschen. Ude hatte schon am Mittwoch vor „kommunalpolitischen Rangeleien“ gewarnt, die einer Bewerbung nur schaden würden. „Wer zu viele ins Boot holt, kann damit untergehen“, sagte der Münchner OB, der auf ein „kompaktes Sportstättenkonzept“ setzt. Und darin ist er sich offensichtlich mit den Wintersportverbänden einig.

Dem Vernehmen nach wird sich nicht nur der rührige Tourismus-Experte Hinsken damit abfinden müssen, dass der Bayerische Wald im großen Sport weiter keine Rolle spielen wird. Auch Ruhpolding, Inzell und Reit im Winkl werden eine Absage erhalten. Die Gemeinden südöstlich von München müssen dann mit der aus ihrer Sicht weniger reizvollen Aussicht leben, höchstens vom Olympia-Tourismus profitieren zu können. Aus dieser Region soll allein Berchtesgaden ins Münchner Projekt 2018 eingebunden werden. „Eine neue Bob- und Rodelbahn zu bauen“, sagt der ehemalige Skirennläufer Christian Neureuther, „wäre ökologisch nicht zu vertreten.“

Die Kufen-Wettbewerbe sollen in München stattfinden, die Ski-Wettbewerbe in Garmisch-Partenkirchen. Für Bewerbungs-Koordinator Wilfrid Spronk gehört auch dazu, „ein großes Maß an Bescheidenheit einzubringen“ – nicht nur bei einer Kandidatur, sondern auch bei einer möglichen Ausrichtung der Spiele. Der Münchner Alt-Oberbürgermeister Hans-Jochen Vogel, der einst die Sommerspiele in die bayerische Landeshauptstadt geholt hatte, sieht genau darin eine große Chance: „München könnte helfen, den Gigantismus, der in den letzten zehn, zwanzig Jahren fortgeschritten ist, Einhalt zu gebieten.“

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