06.11.2009 · Die Münchner Bewerbung um die Winterspiele 2018 hat ihr Gesicht gefunden: Willy Bogner - als Vorsitzender der Geschäftsführung. Einen Interessenkonflikt kann er in seiner Rolle als Unternehmer und München-Lobbyist nicht erkennen.
Von Evi Simeoni, MünchenDie Münchner Bewerbung um die Olympischen Winterspiele 2018 hat ihr Gesicht gefunden: Willy Bogner, zweimaliger Olympiateilnehmer (1960 in Squaw Valley und 1964 in Innsbruck), weltweit engagierter Hersteller von Sportmode sowie Regisseur und Kameramann vieler Sportfilme, wird vom 15. November an Vorsitzender der Geschäftsführung der Bewerbergesellschaft. Dies gaben die Gesellschafter am Freitag in München bekannt.
Der 67 Jahre alte Unternehmer, der in Schwabing geboren wurde, wird seine Arbeit bis zur Entscheidung des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) 2011 in Durban für den symbolischen Lohn von einem Euro leisten. „Olympia 2018 nach München zu holen ist das größte olympische Rennen, zu dem ich je antreten durfte“, sagte Bogner in München. Mitbewerber Münchens sind Annecy (Frankreich) und Pyeongchang (Südkorea).
Eines seiner wichtigsten Aufgabengebiete sieht Bogner darin, durch persönliches Engagement die 112 IOC-Mitglieder von München zu überzeugen. „Neben all den sachlichen Argumenten geht das nur über Emotionen“, sagte er. Seine eigene Sportleidenschaft hat Bogner unter anderem in rasanten Skisequenzen für vier James-Bond-Filme manifestiert. Das Unternehmer Bogner kleidet mit dem Team für Vancouver bereits zum 17. Mal in Serie deutsche Olympiamannschaften ein.
Einen Interessenkonflikt kann er in seiner Rolle als Unternehmer und München-Lobbyist nicht erkennen. „Ich sehe einen Interessengleichklang“, sagte er. „Es ist ein Vorteil, wenn man beide Sprachen spricht.“ Richard Adam, der gemeinsam mit Bernhard Schwank die Geschäfte der GmbH führte, gab bekannt, dass 14 Millionen der auf 30 Millionen Euro veranschlagten Bewerbungskosten gesichert seien. Weitere drei Millionen seien „fast gesichert“. Man rechne damit, noch in diesem Jahr einen weiteren Förderer vorstellen zu können.