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Bericht über Missbrauch : Hunderte junge Turner in Amerika missbraucht

  • Aktualisiert am

Mehr als 300 Turnerinnen und Turner sollen Vorwürfe erhoben haben. Bild: Picture-Alliance

Berichte über einen Missbrauchsskandal erschüttert den amerikanischen Turnsport. Mehrere hundert Mädchen und Jungen sollen sexuell missbraucht, viele Taten vertuscht worden sein.

          In den Vereinigten Staaten sollen nach einem Medienbericht mehrere hundert junge Turner in den vergangenen zwei Jahrzehnten sexuell missbraucht worden sein. Das berichtet die Zeitung „Indystar“ in Zusammenarbeit mit „USA Today“ am Freitag auf Grundlage von Polizei- und Gerichtsakten. Die genaue Zahl der Mädchen und Jungen bleibt unklar. Es soll um Kinder aus allen Teilen der Vereinigten Staaten gehen.

          Die Fälle im amerikanischen Turnen sind in diesen Wochen der zweite große Missbrauchsskandal im Sport. Im November wurde der britische Fußball durch einen Missbrauchsskandal erschüttert, auch hier sind mehrere hundert Jugendliche betroffen.

          Dürre Reaktion des Verbandes

          Der „Indystar“ schreibt, Täter seien Betreuer, Trainer oder Turnstätteninhaber. Viele Taten seien auch von Offiziellen vertuscht worden. Aufgeflogene Trainer seien versetzt und nicht entlassen worden. Ein übergreifendes System zur Erfassung solcher Taten habe es nicht gegeben.

          Die Zeitung berichtet unter anderem von der sexuellen Belästigung einer Zwölfjährigen durch ihren Olympiatrainer, von Nacktfotos erst sechsjähriger Jungen und regelmäßigem Sex mit einer Minderjährigen.

          In dem Bericht äußern sich auch Turnerinnen zu früherem Missbrauch. Viele sagen, ihre entsprechenden Hinweise seien damals nicht ernst genommen worden.

          In einer Reaktion auf den umfassenden Bericht äußerte sich der amerikanische Turnverband nur unkonkret: „Für USA Gymnastics ist nichts wichtiger als der Schutz der Athleten, der eine anhaltende Wachsamkeit eines jeden einzelnen erfordert: von Trainern, Athleten, Eltern, Betreuern und Offiziellen.“

          Quelle: dpa

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