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Ocean Race Die Seelenverkäufer

 ·  Beim Ocean Race geht der Kampf um das schnellste Boot immer mehr auf Kosten der Sportler. Spätestens nach den jüngsten Vorfällen sollten alle Teilnehmer die Segel streichen.

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© dapd Ocean Race: Balanceakt zwischen überbordendem Spektakel und seriöser Risikoeinschätzung

Auf hoher See zeigt sich, wie schwierig der Balanceakt ist zwischen überbordendem Spektakel und seriöser Risikoeinschätzung: Als auf der fünften Etappe des Ocean Race zwischen Neuseeland und Brasilien der schwere Mast der Groupama-Yacht brach, wurde keines der Crew-Mitglieder verletzt.

Weil es kaum gefährlichere Zwischenfälle auf einem Segelboot gibt, muss man von einem großen Glück sprechen. Zumal dieser Vorfall nur ein weiterer Material-Crash war innerhalb einer besorgniserregenden Pannenserie. Nur zwei Boote sind derzeit aktiv im Rennen, die anderen sind entweder havariert oder werden repariert.

Die Unfälle sind kein Zufall

Von den sechs gestarteten Booten wurde die Hälfte bereits auf der ersten Etappe von Wind und Wellen des Atlantiks schwer beschädigt - auch wegen Mastbrüchen. Das ist kein Zufall. Denn um die Gesamtdistanz von 39.000 Seemeilen schneller bewältigen zu können, wurden die schwimmenden Karbon-Boliden so leicht wie möglich und nur so fest wie nötig konstruiert - auf Kosten der Segler.

Die sitzen nun auf Seelenverkäufern. Dass bisher niemand ums Leben kam, ist so erfreulich wie erstaunlich. Der Deutsche Toni Kolb war 2005 nach der ersten Etappe von Bord gegangen, weil ihm die Fahrt auf seiner Yacht als zu gefährlich erschien. Bei der aktuellen Auflage des Rennens müssten spätestens jetzt alle Sportler die Segel streichen.

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Jahrgang 1965, Sportredakteur.

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