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Nowitzki und die Mavericks Erfolge vom Wühltisch

Dirk Nowitzki wird geehrt, aber kann noch immer nicht für die Dallas Mavericks Basketball spielen. O.J. Mayo und Chris Kaman springen in die Bresche. Nowitzki ist der erste Nicht-Amerikaner, der den Naismith Legacy Award erhält.

© dapd Vergrößern Weltweiter Botschafter: Dirk Nowitzki erhält den Naismith Legacy Award

Die Skulptur ist ein richtiger Klotz. Fast einen Meter hoch, mehr als 30 Kilo schwer. Sie zeigt einen Mann mit einem Ball in der Hand vor einer Wand, an der ein Korb hängt. Den Namen des Mannes kennt man, wenn man sich mit der Geschichte der Sportart Basketball beschäftigt hat. Die Plastik stellt Jim Naismith dar, der im Winter vor 120 Jahren das Spiel und die ersten dreizehn Regeln erfunden hatte.

An diesen historischen Sachverhalt wurde Dirk Nowitzki am Montag mal wieder erinnert. Denn er erhielt in der Halbzeitpause des Heimspiels seiner Dallas Mavericks am Montagabend (Ortszeit) gegen die Sacramento Kings (119:96) das Kunstwerk feierlich überreicht. Er ist der erste Nicht-Amerikaner, der den Naismith Legacy Award erhalten hat, mit dem der besondere Beitrag von Spielern zum weltweiten Erfolg der Sportart gewürdigt wird. „Dirk hat einen riesigen Einfluss auf den Basketball weltweit gehabt“, lobt die Naismith Legacy Foundation in ihrer Begründung.

Der Shooting Guard blüht auf

An der kleinen Zeremonie nahm der 34 Jahre alte Franke im grauen Anzug teil. Denn seit Anfang der Saison reist der Kapitän und beste Spieler der Dallas Mavericks immer nur mit. Selbst zwei Monate nach der Athroskopie an seinem rechten Knie kann er - abgesehen von Korbwürfen und Dribblings - noch immer nicht richtig trainieren. „Das Knie ist besser“, sagte er vor einer Woche. Aber nun fehlt die Kraft in der Muskulatur, um die Belastung anstrengender NBA-Begegnungen auszuhalten. Eine Prognose für die Rückkehr ins Aufgebot hat er bislang noch nicht gewagt. Weshalb sich die Spekulationen verdichten, dass Nowitzki den Mavericks erst Anfang des nächsten Jahres wieder zur Verfügung stehe.

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In der Zwischenzeit sah sich Trainer Rick Carlisle gezwungen, mit jener Mannschaft zu arbeiten, die ihm das Klubmanagament im Laufe des Sommers zusammengebastelt hatte und das auf den ersten Blick wie eine Kollektion vom Wühltisch wirkte. In diesem Team hat sich ein Neuzugang als besonders hilfreich erwiesen: Er heißt Ovinton J’Anthony Mayo - genannt O. J. - und lief seit seinem Einstieg in die NBA jenen ziemlich hoch gesteckten Erwartungen lange hinterher, die er in seiner Collegezeit geweckt hatte.

Die Playoffs fest im Blick

Der 25 Jahre alte Shooting Guard war zunächst bei den Memphis Grizzlies gelandet, wo seine spielerische Entwicklung wenig Beachtung fand. Der Grund: Die Grizzlies gehören traditionell zu den von den amerikanischen Medien am wenigsten wahrgenommenen Mannschaften und haben im Vergleich zu den anderen 29 Klubs einen der geringsten wirtschaftlichen Bilanzwerte der Liga.

Bei den Mavericks, die Mayo im Juli für ein für NBA-Verhältnisse fast bescheidenes Jahresgehalt von vier Millionen Dollar unter Vertrag nehmen konnten, hat sich das alles geändert. Hier profilierte er sich als einer der wichtigsten und beständigsten Spieler, dessen Korbausbeute (20,8 pro Spiel) und dessen Trefferquote (48,7 Prozent) Karrierehöchstwerte sind. Der 1,93 Meter große Mayo ist der Hauptgrund dafür, dass sich Dallas nach dem ersten Viertel der Saison mit einer Zwischenbilanz von elf Siegen und zehn Niederlagen auf dem siebten Platz der Conference-Tabelle befindet und Chancen auf die Playoff-Teilnahme hat.

Die Chemie stimmt

Mayo hatte sich im Sommer sehr bewusst für die Mavericks entschieden, obwohl er wusste, dass die Mannschaft abgesehen von Dirk Nowitzki aus lauter Spielern bestand, deren Leistungsstärke niemand so recht einschätzen konnte. Sein Interesse galt dem Trainer, der ihm als besonders begabter Talentförderer von einem seiner Vorbilder empfohlen worden war: von Chauncey Billups, der unter Rick Carlisle in Detroit die Entwicklung zu einem vielfachen All-Star-Spieler geschafft hatte und die Leistungen brachte, die man schon vorher von ihm erwartet hatte.

Carlisle, der vor zwei Jahren die Mavericks erfolgreich zur NBA-Meisterschaft gegen die auf dem Papier besser aufgestellten Miami Heat führte, sei „ein großartiger Coach, um mein Spiel auszubauen“, lautete die Empfehlung von Billups. Die erste Intervention des Mavericks-Trainers: Er zeigte Mayo, welche technischen Feinheiten an seinem Sprungwurf verbesserungswürdig sind. Am Anfang war der Profi leicht irritiert. Denn tatsächlich war er mit diesem Wurf sehr zufrieden. Aber inzwischen gibt er zu, dass er effizienter und konstanter treffe. Die Arbeit hat sich gelohnt.

Bild Mavericks Überraschender Höhenflug: Mavericks-Profi O.J. Mayo auf dem Weg zum Korb © dapd Bilderstrecke 

Das Können von Carlisle und die Leistungsprognosen von Teammanager Donnie Nelson haben den Mavericks eine trostlose Saison erspart, an deren Ende man versucht, sich bei der alljährlichen Spielerwahl (Draft) aus dem Wust der Collegespieler ein kommendes Toptalent herauszusuchen. Denn neben Mayo hat sich auch Neuzugang Chris Kaman, der sich einst einen deutschen Pass besorgt hatte, um bei größeren Turnieren für die deutsche Nationalmannschaft aufzulaufen, als Rückhalt der Mannschaft erwiesen. Der Center punktet meistens mit Sprungwürfen aus der Halbdistanz und passt nahtlos in das Passspiel der Mavericks-Offensive.

Dazu hatte das Team vor wenigen Tagen noch Derek Fisher rekrutiert. Der 38 Jahre alte Routinier hatte es einst mit den Los Angeles Lakers auf stattliche fünf Meisterschaftserfolge gebracht und ist fit genug, um in Dallas den Angriff in Schwung zu halten und Mayo mit Pässen zu füttern. „Ich will einfach nur der Mannschaft helfen“, sagte er. „Wir haben einige junge Spieler. Aber wir haben viel Potential.“

Quelle: F.A.Z.

 
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