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NBA-Wettskandal Schiedsrichter drohen 25 Jahre Haft

16.08.2007 ·  Der erste Verdacht regte sich Ende 2006. Nun ist klar, dass der NBA-Schiedsrichter Tim Donaghy auf eigene Spiele wettete und geheime Informationen weitergab. Obwohl er sich schon schuldig erklärte, ist noch unklar, in welchem Maße Donaghy Basketballspiele manipulierte.

Von Jürgen Kalwa, New York
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Der erste Verdacht der Behörden regte sich rund um ein Spiel der Boston Celtics und Philadelphia 76ers im Dezember 2006. Da bekam das FBI im Rahmen einer Abhörmaßnahme gegen Angehörige der Mafia mit, dass ein NBA-Schiedsrichter am Telefon eine Reihe von Informationen über die Begegnung weitergab, die sein Gesprächspartner bei Wettgeschäften verwenden wollte.

Wenig später waren die Ermittler in der Lage, sich ein Bild zu machen: Der Referee, der ein paar Jahre zuvor damit begonnen hatte, selbst auf den Ausgang von Begegnungen zu wetten, wurde jedes Mal, wenn sich seine Tipps als nützlich erwiesen, mit einigen tausend Dollar entschädigt.

Ausmaß der Manipulation ist weiterhin ungewiss

Seit einem Monat weiß auch die Öffentlichkeit von dem illegalen Treiben, das mit dem Namen Tim Donaghy verknüpft ist, der 13 Jahre lang in der amerikanischen Basketball-Liga als Unparteiischer gearbeitet hatte. Nachdem dieser am Mittwoch in einem Gericht im New Yorker Stadtteil Brooklyn erschien und sich offiziell für schuldig erklärte, ist noch immer nicht klar, ob und in welchem Rahmen der Schiedsrichter den Ausgang von Spielen manipuliert haben könnte.

Die Anklageschrift beschuldigt ihn nur, im Rahmen seiner juristisch als Verschwörung eingestuften Aktivitäten Insiderwissen weitergegeben zu haben – ein Verstoß gegen seinen Arbeitsvertrag mit der Liga. Dazu gehörte das Preisgeben von Informationen über die Namen von Schiedsrichtergespannen, die in der NBA zu dritt im Einsatz sind und bis zum Anpfiff geheim gehalten werden, sowie Hinweise auf die körperliche Verfassung einzelner Spieler.

„seine Objektivität als Referee aufs Spiel gesetzt“

Die einzige Andeutung zu der Frage eventueller Manipulationsversuche taucht in einem Satz auf: Danach habe Donaghy aufgrund seiner eigenen finanziellen Interessen „seine Objektivität als Referee aufs Spiel gesetzt“.

Die Staatsanwaltschaft rechnete hoch, dass er seit Ende 2006 von seinen Mafia-Partnern insgesamt 30.000 Dollar erhalten hatte. Diesen Betrag wird er im Rahmen seines Geständnisses in jedem Fall verlieren. Darüber hinaus drohen ihm bis zu 25 Jahre Gefängnis und eine Geldstrafe von bis zu 500.000 Dollar.

Laut Anklageschrift ist Donaghy ein Einzelfall

Das Strafmaß soll im November verkündet werden. Bis dahin ist Donaghy gegen Zahlung einer Kaution von 250.000 Dollar auf freiem Fuß, darf jedoch nur in den Bundesstaaten Florida, Pennsylvania und New York reisen. Seine beiden Mittäter wurden am Mittwoch ebenfalls in Brooklyn in einem eigenständigen Verfahren vor Gericht gestellt.

Aus der Anklageschrift gegen Donaghy lässt sich ableiten, dass es sich hier nur um einen Einzelfall handelt. Die Behörden machten keinerlei Andeutungen darüber, dass sich ihre Ermittlungen auf weitere Schiedsrichter ausdehnen oder dass Donaghy mit Kollegen konspiriert hat.

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