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NBA-Statistiken Zahlenspiel mit Nowitzki

Auch beim 105:95-Sieg gegen die Denver Nuggets in der Nacht zum Donnerstag war Dirk Nowitzki wieder erfolgreichster Mann der Dallas Mavericks. Dennoch zweifeln Statistik-Experten trotz der insgesamt 23.179 Gesamtpunkte an dessen Effektivität.

© REUTERS Vergrößern Welchen Wert hat Dirk Nowitzki für seine Dallas Mavericks?

Der beste Mann der Dallas Mavericks hinterlässt seit etwas mehr als dreizehn Jahren fast jeden Abend auf eine beeindruckende Art seine Spuren in der National Basketball Association (NBA). Auch beim 105:95-Sieg gegen die Denver Nuggets war Dirk Nowitzki in der Nacht zum Donnerstag mit 25 Punkten wieder erfolgreichster Werfer seines Teams. Das summiert sich im Laufe der Zeit.

In der Liste der erfolgreichsten Korbschützen, die von den Jahrhundertbasketballern Kareem Abdul-Jabbar, Karl Malone und Michael Jordan angeführt wird, arbeitete sich Dirk Nowitzki auf den 22. Platz mit vorläufig 23.179 Punkten vor. Dieser Wert sagt einiges über die Fähigkeiten von Nowitzki. Manchen gilt er auch als einziger, unbestreitbarer Beleg für die Qualität eines Basketballprofis in den Vereinigten Staaten.

Das gilt besonders für jene Sportfans, die sich stundenlang und mit sehr viel Begeisterung mit Statistiken beschäftigen, Phantasie-Teams zusammenstellen oder Videospiele an ihrer Konsole austragen. Sie repräsentieren eine neue Gruppe von Anhängern, die das Gefühl kultivieren, man könne in dem Zahlen-Wust eine Wahrheit entdecken. Eine, die man mit bloßem Auge nicht zu erkennen vermag.

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„Die Leute verlassen sich sehr stark darauf, was sie sehen, wenn sie einen Spieler auf dem Platz verfolgen“, sagt Professor David Berri, einer der Vorreiter der Bewegung, der weiß, dass Augenschein typischerweise zu einem schwer zu korrigierenden Resultat führt: Bei den Mavericks etwa konzentriert sich der Blick auf Dirk Nowitzki, bei den Los Angeles Lakers auf Kobe Bryant.

Warum? „Die haben oft den Ball in der Hand, und sie machen viele Punkte.“ Dieses Geschick aber kann täuschen. Topscorer helfen nicht immer einer Mannschaft, ein Spiel zu gewinnen. Berri, ein Volkswirtschaftler mit dem Spezialgebiet Sportstatistik und Sportökonomie, der vor ein paar Jahren eine Formel entwickelt hat, um den aus seiner Sicht wahren Wert eines Basketballprofis zu ermitteln, kam im vergangenen Jahr zu einer verblüffenden Einschätzung.

Chandler war effektiver als jeder andere

Danach war Nowitzki, der wertvollste Spieler der Finalserie, der seine Mannschaft mit einem verletzten Finger und in einem Spiel gar mit Fieber zum Titel führte, in der regulären Saison 2011 nicht mal der effektivste Mann bei den Mavericks. Dieses mathematisch ermittelte Prädikat verdiente sich Center Tyson Chandler.

Wie bei allen anderen wurde auch bei ihm neben der Trefferquote präzise registriert, wie lange und wann er auf dem Parkett stand. Profis, die ihre Punkte erzielen, wenn das Spiel längst entschieden ist, haben nicht die gleiche Bedeutung wie Kollegen, die in den Schlussminuten einer spannenden Partie die entscheidenden Körbe werfen. Chandler war effektiver als jeder andere. Er wechselte nach dem Meisterschaftserfolg für viel Geld zu den New York Knicks.

Dallas Mavericks Dirk Nowitzki gets a shot over Denver Nuggets Chris Andersen in Denver, Colorado © REUTERS Vergrößern Auch gegen Denver der Beste: Dirk Nowitzki beim Wurf

Bei Nowitzki sehen die Kalkulationen der laufenden Saison schlechter aus als 2011. Seine Korbausbeute ist gesunken - von 23,0 auf 17,2 Punkte pro Spiel. Auch seine Trefferquote hat nachgelassen und liegt mit 45,5 Prozent sogar unter dem Durchschnittswert für seine gesamte NBA-Karriere. So etwas lässt sich auch mit bloßem Auge erkennen. Trainer Rick Carlisle reagierte neulich und verordnete Nowitzki ein paar Tage Pause zur Regeneration.

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