Home
http://www.faz.net/-gub-128fj
Mehr Angebote
| Abo|Hilfe
Montag, 13. Februar 2012
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, FRANK SCHIRRMACHER, HOLGER STELTZNER

NBA Mavericks gewinnen mit Teilzeit-Nowitzki

19.04.2009 ·  Die Dallas Mavericks sind mit einem Sieg gegen die San Antonio Spurs in die Playoffs gestartet. Dirk Nowitzki trug verhältnismäßig wenig zum Start in die K.o.-Phase bei. Das könnte die neue Stärke der Mavericks sein.

Von Jürgen Kalwa, New York
Artikel Bilder (2) Lesermeinungen (0)

In den vergangenen beiden Jahren haben die Dallas Mavericks in den Play-offs jedes Mal eine unangenehme Erfahrung gemacht. Obwohl ihre Chancen auf dem Papier einigermaßen gut aussahen, lief auf dem Parkett nicht viel zusammen. Das lag daran, dass man die Spieler ziemlich leicht aus dem Konzept bringen konnte, wenn man den besten Mann hinreichend bedrängte, behinderte und frustrierte.

Nichts anderes war in der ersten Begegnung der K.-o.-Runde des Jahres 2009 am Samstagabend der taktische Plan der San Antonio Spurs, die Dirk Nowitzki von Anfang an so eng wie möglich abschirmten und für diesen Job gleich drei verschiedene Leute abgestellt hatten. Die Folge: Der deutsche Nationalspieler kam nicht ins Spiel. Sein Team lag schon bald deutlich zurück. Und als wäre das noch nicht genug, handelte er sich innerhalb kurzer Zeit drei Fouls ein, die Trainer Rick Carlisle dazu zwangen, den 30-jährigen Deutschen auf die Bank zu setzen. So war es kein Wunder, dass Nowitzki mit 19 Punkten einen für ihn relativ bescheidenen Beitrag leistete.

Ohne Nowitzki unberechenbar

Trotzdem gewannen die Mavericks das Spiel – und zwar am Ende ziemlich deutlich mit 105:97 – und könnten bei der Gelegenheit sogar eine schon lange fällige Lektion gelernt haben: Das Team verfügt durchaus über die Mittel, selbst so fein austarierte, aber eben auch sehr schematisch arbeitende Gegner wie die Spurs aus dem Gleichgewicht zu bringen, sobald Nowitzki kein Faktor mehr ist. Denn ohne ihn – den vermeintlichen Dreh- und Angelpunkt – sind die anderen Mavericks an guten Tagen schlichtweg unberechenbar.

Das muss auch Trainer Rick Carlisle gesehen haben, der anders als das sein im Mai entlassener Vorgänger Avery Johnson getan hätte, in der zweiten Halbzeit entgegen aller orthodoxen Denke mehrere Reservespieler auf dem Platz ließ und auf seinen bis dahin erfolgreichsten Korbschützen, Josh Howard, verzichtete. Das Experiment nutzte José Barea, der normalerweise nur eingesetzt wird, damit sich Spielmacher Jason Kidd ausruhen kann, zu einer beeindruckenden Solo-Show. Keiner bei den Spurs schien zu wissen, wer den Puerto Ricaner decken sollte, der mal ungestört bis zum Korb durchmarschierte, dann aus der Ferne einen Dreier versenkte und sich notfalls mit geschickten öffnenden Pässen aus der Klemme zog.

Dallas nun mit Heimvorteil

Der Wirbel der anderen im Angriff sowie ihre konsequente Deckungsarbeit sorgten dafür, dass Dirk Nowitzki am Ende der Partie auf einmal mehr Luft zum Atmen hatte und sich mit wichtigen Punkten in Erinnerung brachte. „Der Schlüssel war, dass die anderen Jungs ihre Freiheit zu unserem Vorteil genutzt haben“, sagte der Würzburger nach dem Match, das in der Best-of-Seven-Serie zwar rein zahlenmäßig nicht schwerer wiegt als die anderen, aber Dallas zumindest einen wichtigen Vorsprung gebracht hat. Sollte die heimstarke Mannschaft keine der ausstehenden Begegnungen zu Hause verlieren, wird sie nach zwei Spielzeiten zum ersten Mal wieder die erste Runde überstehen. Danach ginge es gegen den Gewinner der Auseinandersetzung zwischen den Denver Nuggets und den New Orleans Hornets.

Obwohl die San Antonio Spurs noch immer mit einem Gutteil der Spieler antreten, die 2007 den Meistertitel gewonnen hatten, zeigen sich Verschleißerscheinungen. Dem einst unwiderstehlichen Center Tim Duncan merkt man das Alter (32) inzwischen ebenso an wie dem vormals so giftigen Defensivspieler Bruce Bowen (37) und dem Distanzschützen Michael Finley (36), der inzwischen meistens einen Schritt zu langsam ist, um jemanden wie Josh Howard in der Verteidigung den Weg zu verlegen. Obendrein fehlt wegen einer Verletzung der Argentinier Manu Ginobili, dessen Energie und spontane Einfälle früher oft ein Match im Alleingang umdrehen konnten.

Titelverteidiger Boston stolpert, Cleveland siegt souverän

Auch für den Meister des vergangenen Jahres wird es schwierig. Denn die Boston Celtics, die ohne ihren besten Spieler, den verletzten Kevin Garnett, auskommen müssen, verloren am Samstag in eigener Halle die Auftaktpartie der Erstrundenserie gegen die Chicago Bulls nach Verlängerung mit 103:105.

Demgegenüber zeigten die als stark eingeschätzten Cleveland Cavaliers mit dem überragenden LeBron James bei ihrem 102:84 gegen die Detroit Pistons, dass sie in der Lage sind, locker und entspannt jeden Rivalen aus dem Weg zu räumen. Im vierten Samstagsspiel fing sich die jüngste Mannschaft der Liga gegen die Houston Rockets beim 81:108 eine überraschend hohe Heimniederlage ein. Die Portland TrailBlazers fanden überhaupt kein Rezept, um den chinesischen Center Yao Ming zu stören, der eines der besten Spiele seiner NBA-Karriere ablieferte.

Weitersagen Kommentieren Merken Drucken
Weitersagen

Meister der Abwehr

Von Peter Penders

Borussia Mönchengladbach hat nach 21 Spieltagen erst zwölf Gegentreffer hinnehmen müssen. Die gleiche Quote hatte in der vergangenen Saison Borussia Dortmund. Mehr