25.07.2010 · Klitschko boxt - da hat es das gemeine Volk nicht zu interessieren gegen wen. Der anvisierte Powetkin aus Russland war nicht interessiert? Dann halt ein anderer Herausforderer aus den Untiefen der Weltrangliste.
Von Arne LeyenbergUnd täglich grüßt - nein, nicht das Murmeltier, sondern der Klitschkogegner. Eine Spezies, die in allen Regionen der Welt mehr wächst als blüht, wahlweise gekennzeichnet durch Schockstarre, Fallsucht oder ausgeprägtes Fluchtverhalten. Jetzt hat es auch Alexander Powetkin erwischt, dessen Abbild aus Pappe Wladimir Klitschko am Montag noch in der Frankfurter WM-Arena von der Torlinie geschossen hatte. Bei diesem ungleichen Zweikampf wird es bleiben, der Kampf um die Weltmeisterschaft ist geplatzt.
Die Veranstaltung steht dennoch. Klitschko boxt - da hat es das gemeine Volk nicht zu interessieren gegen wen. Hauptsache es strömt in Scharen in die Fußballarena, 50.000 sollen es am 11. September werden. Der Kampfvertrag war noch nicht unterschrieben, da präsentierte man Powetkin schon als Gegner, Eintrittskarten gingen in den Verkauf. Anzeichen dafür, dass der Olympiasieger aus Russland nicht sonderlich interessiert ist an einem Duell mit Brüderchen Klitschko, gab es genug.
Besiegt, lustlos, antriebslos - ein Klitschkogegner eben
Dann halt ein anderer Herausforderer aus den Untiefen der Weltrangliste. Dass sich dort tatsächlich viele Nichtschwimmer tummeln, kann den boxenden Brüdern aus der Ukraine nicht zum Vorwurf gemacht werden. Aber es gibt auch den Polen Tomasz Adamek oder einen David Haye - das Duell mit dem Weltmeister aus England scheitert in schöner Regelmäßigkeit am Geld.
Nun soll es am 11. September wieder Samuel Peter werden, den Witali Klitschko 2008 in Berlin aus dem Stand nach vier Jahren Pause verprügelte. Der Nigerianer hatte Wladimir vor fünf Jahren dreimal am Boden, verlor aber nach Punkten. Damals war Peter noch unbesiegt, ein Geheimtipp, ein K.-o.-Schläger. Heute ist er besiegt, lustlos, antriebslos. Ein Klitschkogegner eben.
Klitschko boxt doch nur Flaschen!
Wilhelm Westerkamp (Ralf128)
- 25.07.2010, 17:24 Uhr
Unter Neid versteht man das ethisch verwerfbare, gefühlsmäßige Verübeln...
Leo Bronstein (juvog)
- 25.07.2010, 22:26 Uhr