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Proteste gegen Trump : Wann eskaliert der Streit in Amerikas Sport?

  • Aktualisiert am

Volles Stadion, leere Spielerbänke: Bei der Partie zwischen Seattle und Tennessee blieben die Spieler den Klängen der Nationalhymne fern. Bild: AP

Nach Donald Trumps Schimpftiraden gegen amerikanische Sportler mehrt sich im Football, Baseball und Basketball der Protest gegen den Präsidenten. Einige NFL-Teams bleiben bei der Hymne ganz in der Kabine. Das gefällt längst nicht allen Fans.

          Mindestens 100 Spieler aus der amerikanischen Football-Liga NFL haben der heftigen Kritik von Amerikas Präsident Donald Trump getrotzt und sind während des Abspielens der amerikanischen Nationalhymne vor ihren Partien auf den Knien gegangen oder sitzen geblieben. Sie reagierten damit auf Trumps Aussage, dass Spieler die keinen Respekt vor der amerikanischen Flagge zeigen und während der Nationalhymne nicht stehen, entlassen werden sollten.

          Die meisten NFL-Teams in den frühen Spielen des dritten Spieltags am Sonntag zeigten ihre Solidarität, in dem sie sich am Spielfeldrand demonstrativ umarmten oder die Hände hielten. Auch drei NFL-Teambesitzer schlossen sich den Spielern an. Die Profis der Pittsburgh Steelers entschieden sich dafür, während der Nationalhymne geschlossen in der Umkleidekabine zu bleiben. Nur Trainer Mike Tomlin stand beim Auswärtsspiel gegen die Chicago Bears alleine an der Seitenlinie. Der Trainer erklärte vor dem Spiel, dass seine Spieler diese Entscheidung nicht trafen, „um Respektlosigkeit gegenüber der Nationalhymne zu zeigen, sondern um uns von dem ganzen Sachverhalt zu distanzieren. Leute sollten nicht vor die Wahl gestellt werden.“

          „Unser Präsident ist ein Arschloch“

          Beim Spiel zwischen den Seattle Seahawks und den Tennessee Titans blieben gleich beide Teams während der Hymne in ihren Kabinen. Die Seahawks begründeten ihre Entscheidung zuvor mit ihrem Willen Einigkeit gegen die Ungerechtigkeit und Folter, die vielen Menschen in Amerika alltäglich widerfährt, zu zeigen. Bei vielen Fans stieß die symbolische Aktion auf Zustimmung, vor allem in den Sozialen Netzwerken äußerten Tausende Football-Anhänger jedoch auch ihre Missgunst. Einige bezeichneten die Seahawks als „Verlierer“, andere kündigten gar an, ihre Trikots zu verbrennen.

          Auch bei der Gast-Partie zwischen den Baltimore Ravens und Jacksonville Jaguars im Londoner Wembley-Stadion hatten zahlreiche Spieler während der Hymne gekniet anstatt zu stehen. LeSean McCoy, der Running Back der Buffallo Bills twitterte gar: „Unser Präsident ist ein Arschloch.“ Auch in der nordamerikanischen Baseball-Liga MLB wurde die Kontroverse offensichtlich. Bruce Maxwell von den Oakland Athletics kniete als erster MLB-Profi während der amerikanischen Nationalhymne. Laut „Washington Post“ könnten Trumps Aussagen nun zu einem Massenprotest in der National Football League NFL führen.

          Trump hatte sich zuvor mit unflätigen Worten mit der amerikanischen Sport-Elite angelegt und dafür entsprechend harsche Kritik herausgefordert. Nachdem Trump bereits am Freitag die Teambesitzer der amerikanischen Football-Liga NFL aufforderte, protestierende Spieler zu entlassen, legte er am Samstag mit mehreren Twitter-Nachrichten zum selben Thema nach. „Würdet ihr es nicht liebend gerne sehen, dass ein NFL-Teambesitzer sagen würde, ’Nehmt den Hurensohn vom Feld. Weg damit! Er ist gefeuert’, wenn jemand die Flagge nicht respektiert?“, erklärte Trump auf Twitter zur der Weigerung von Top-Sportlern, während des in den Vereinigten Staaten vor Partien üblichen Anstimmens der Nationalhymne aufzustehen.

          Colin Kaepernick, der frühere Quarterback der San Francisco 49ers, startete die Protestbewegung schon vor gut einem Jahr, als er während der Nationalhymne an der Seitenlinie kniete. NFL-Spieler wie Athleten anderer Sportarten haben sich seitdem der Bewegung angeschlossen.

          Quelle: sreu./dpa

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