12.01.2009 · Nach dem mysteriösen Tod des Leichtathleten Rene Herms ordnete die Staatsanwaltschaft die Obduktion der Leiche an. Aus aller Welt kommen derzeit die Beileidsbekundungen für Herms' trauernde Ehefrau Steffi, die einen Zusammenbruch erlitt.
Im Fall des unter ungeklärten Umständen ums Leben gekommenen Leichtathleten René Herms wird es eine Obduktion geben. Sie soll am Dienstag Aufklärung über die Todesursache bringen. „Die Ermittlungsrichterin hat eine Obduktion angeordnet. Eine zusätzliche Genehmigung durch die Ehefrau ist dafür nicht erforderlich“, sagte der Dresdner Oberstaatsanwalt Christian Avenarius.
Am Samstagvormittag hatte Herms' Schwiegermutter den leblosen Körper des nur 26 Jahre alt gewordenen zwölfmaligen deutschen 800-Meter-Meisters in dessen Wohnung im sächsischen Lohmen entdeckt. Der herbeigerufene Notarzt konnte nur noch den Tod feststellen (Siehe: René Herms tot aufgefunden: Polizei ermittelt in alle Richtungen).
Konkurrenten kondolieren auf Herms' Homepage
Aus aller Welt kommen derzeit die Beileidsbekundungen für Herms' trauernde Ehefrau Steffi, die einen Zusammenbruch erlitt und im Krankenhaus behandelt werden musste. „Ich bin in Gedanken bei seiner Familie und hoffe, dass sie in dieser Situation zusammensteht. Ich werde ihn auf der Laufbahn sehr vermissen“, sagte der Erfurter Nils Schumann, 2000 in Sydney 800-Meter-Olympiasieger.
Seit Samstagabend kondolierten über 100 Menschen im Gästebuch der Herms-Homepage, nachdem es zuvor seit 13. November keinen Eintrag mehr gegeben hatte. Auch Doppel-Weltmeister Bernard Lagat (800 und 1500 Meter), der häufig in Tübingen trainiert, meldete sich zu Wort. „Obwohl du nicht mehr da bist, wirst du immer als talentierter, hart arbeitender Athlet in Erinnerung bleiben. Ruhe in Frieden“, schreibt der Amerikaner. Neben Lagat meldeten sich weitere ausländische Konkurrenten wie der polnische Olympia-Starter Marcin Lewandowski: „Ein großer Schock für Mitkämpfer aus Polen auf der Bahn. Unser Beileid gilt seiner Familie.“ (Siehe: Gästebuch von Rene Herms).
Herms wollte am Montag ins Trainingslager aufbrechen
Auch beim Leverkusener Robin Schembera, U20-Europameister und Herms-Konkurrenten über die Mittelstrecke, sitzt der Schock tief: „Wer denkt schon daran, dass ein Athlet, der jahrelang die Nummer eins war, plötzlich stirbt und nicht mehr da ist.“ Ihm sei am Wochenende schlagartig bewusst geworden, dass Sport nicht alles sei im Leben.
Herms' ehemaliger Verein LSV Pirna, von dem sich der Läufer im Herbst 2006 zur LG Braunschweig verabschiedete hatte, schrieb in einem bewegenden Nachruf auf seiner ganz in schwarz gehaltenen Homepage: „Sein viel zu früher Tod macht uns alle sprach- und ratlos. Wir, die ihn auf seinem Weg begleitet, mitgefiebert und nahe gestanden haben, werden ihn in ehrendem Gedenken behalten.“ (Siehe: Nachruf auf Rene Herms). Eigentlich wollte der ehemalige U20- und U23-Europameister Herms am kommenden Montag mit den Läufern seines ehemaligen Klubs ins Trainingslager nach Kienbaum aufbrechen.