14.06.2007 · Die Nordmilch AG hat Überlegungen zu einem Ausstieg als Sponsor des Radteams Milram bestätigt. Unterdessen will Radprofi Erik Zabel sich nach seinem Doping-Geständnis finanziell und ideell für Nachwuchssportler einsetzen.
Radprofi Erik Zabel will sich nach seinem Doping-Geständnis finanziell und ideell für Nachwuchssportler einsetzen. "Ich spende 100.000 Euro, die direkt in die Nachwuchsarbeit gehen sollen. Die Jüngsten leiden am meisten darunter, dass durch unser Doping und die Lügen ein großer Imageschaden entstanden ist", sagte der Sprintstar in einem Interview der "Bild"-Zeitung. Zudem werde er für junge Fahrer in seinem Milram-Rennstall als Ansprechpartner zur Verfügung stehen. Zabel hatte zugegeben, vor der Tour de France 1996 mit Epo gedopt zu haben. Mit einem Fünf-Punkte-Plan will Zabel Wiedergutmachung betreiben.
Neben seiner Spende und dem Posten als Nachwuchsberater will er die Ermittlungsbehörden unterstützen, mit Leichtathlet Frank Busemann Anti-Doping-Workshops durchführen und zudem das Milram-Junioren-Team beraten. Zabel berichtete von unterschiedlichen Reaktionen auf sein Geständnis. "Einige fanden es gut, andere hätten mir das nicht zugetraut, andere schauen weg, wenn sie mich treffen", sagte er.
„Dopern deutlich machen, worum es geht“
Die Nordmilch AG hat derweil Überlegungen zu einem Ausstieg als Sponsor des Radteams Milram bestätigt. "Es gibt eine Ausstiegsstrategie, daran geht heutzutage kein Weg vorbei. Wenn wir eine Schädigung unserer Markenwerte feststellen, reagieren wir", sagte Nordmilch-Sponsoringchef Martin Mischel der Zeitung "Die Welt". Die Marke Milram ist die europäische Dachmarke des deutschen Nordmilch-Konzerns.
Auch mögliche Schadenersatzklagen gegen die des Dopings überführten Radprofis wollte Mischel nicht mehr ausschließen. "Wir haben uns mit diesem Gedanken auseinandergesetzt, und man sollte ihn den Radprofis dringend näherbringen. Schadenersatzklagen haben durchaus Aussicht auf Erfolg, mit Blick auf Markenschädigung kann so etwas sehr teuer werden. Inzwischen muss man so weit denken, um Dopern deutlich zu machen, worum es geht", sagte der Nordmilch-Chef. Seine Firma hat der Nationalen Anti-Doping-Agentur (Nada) einmalig 150.000 Euro zum Kampf gegen Doping zur Verfügung gestellt.