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Mountainbike-WM Ghost-Rider

07.09.2007 ·  Es rollt in dieser Saison bei Sabine Spitz: Als einzige Fahrerin landete sie 2007 in allen Weltcup-Rennen unter den ersten fünf. Im Juli gewann sie EM-Gold und im August Silber bei der Marathon-WM. Am Samstag greift sie bei der Mountainbike-WM an.

Von Bernd Steinle
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Eigentlich hatte Sabine Spitz schon gar keine Lust mehr. Sie war auf dem Weg zur Mountainbike-Europameisterschaft in der Türkei, stand am Flughafen und erfuhr dort, dass ihre Plätze im Flieger leider vergeben waren - die Reservierung war nicht bestätigt worden. „Ich hab nur noch rumgezetert und hatte so einen Hals auf den Verband, dass ich gesagt habe: Ich bleib zu Hause“, sagt sie.

Händeringend versuchten ihre Begleiter, sie umzustimmen, „das ist deine Strecke, das ist dein Kurs“, bis ihr Mann und Manager Ralf Schäuble dann das große Geschütz auffuhr: „Willst du nicht Europameisterin werden?“ Sabine Spitz wollte. Und verwies Mitte Juli prompt die Weltranglistenerste Irina Kalentiewa aus Russland auf dem anspruchsvollen Kurs durch die Felsschluchten um Göreme auf Rang zwei.

„Es gibt kein flächendeckendes Dopingsystem“

Ihr erster EM-Titel war der bisherige Höhepunkt einer außergewöhnlich erfolgreichen Saison. Als einzige Fahrerin landete die 35 Jahre alte Schwarzwälderin 2007 in sämtlichen Weltcup-Rennen unter den ersten fünf. Zudem gewann sie im August bei der Marathon-WM in Belgien die Silbermedaille. Es rollt einfach in dieser Saison bei Sabine Spitz, und das hat nicht zuletzt mit ihrem Wechsel zum Team „Ghost“ zu tun, das ihr in Sachen Trainingssteuerung und Rennplanung - im Gegensatz zur Vorgänger-Equipe „Specialized“ - freie Hand lässt. „Was das bringt, sieht man an den Ergebnissen“, sagt sie.

Dass trotz aller Feiertage nicht nur eitel Freude herrscht im Hause Spitz/Schäuble, liegt an den Auswirkungen des Dopingmissbrauchs im Radsport. Sabine Spitz sieht sich da in der Öffentlichkeit oft in Sippenhaft genommen. „Es wird viel zu wenig differenziert“, sagt sie. „Das Thema betrifft vor allem den Straßenradsport der Männer. Es leiden darunter aber auch alle anderen Disziplinen.“

Gold-Suche in Schottland

Der Mountainbikesport ist alles andere als eine dopingfreie Zone, erst Anfang Mai wurde die Weltcup-Fahrerin Ivonne Kraft positiv auf das Asthma-Mittel Fenoterol getestet. Dennoch, sagt Sabine Spitz, sei die Situation mit dem Straßenradsport nicht vergleichbar - nicht nur, weil es um viel weniger Geld geht. „Es gibt kein flächendeckendes Dopingsystem, und es ist auch nicht so, dass Doping wie im Straßenradsport als Kavaliersdelikt angesehen wird. Dort ist das Schuldbewusstsein viel weniger ausgeprägt als im Mountainbikesport.“

Sabine Spitz sagt, es sei ihr wichtig, Gewissheit zu haben, mit sauberen Mitteln erfolgreich sein zu können. Die habe sie „zu 100 Prozent“ - auch nach dem bemerkenswerten Aufstieg der Chinesinnen, deren Spitzenfahrerin Ren Chengyuan am Samstag zu den Gold-Anwärterinnen bei der WM in Fort William (Schottland) zählt. Sabine Spitz würde die Saison dort gerne mit einer WM-Medaille abrunden, auch wenn der Kurs nicht unbedingt maßgeschneidert für sie ist. Eines immerhin lässt dennoch hoffen: Viermal ist sie am Fuß des Ben Nevis bisher angetreten, und stets wechselten sich gute und schlechte Resultate ab. Diesmal wäre wieder ein Spitzenplatz fällig.

Quelle: F.A.Z., 07.09.2007, Nr. 208 / Seite 34
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Jahrgang 1970, Sportredakteur.

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