14.02.2012 · 400-Meter-Läuferin Janin Lindenberg droht wegen Verstößen gegen die Meldepflicht der Nationalen Anti-Doping-Agentur eine Sperre. „Ich bin eine Chaotin und war nachlässig“, sagt sie über ihre verpassten Dopingtests.
Der Magdeburger Leichtathletin Janin Lindenberg droht wegen Verstößen gegen die Meldepflicht eine Sperre durch die Nationale Anti-Doping-Agentur (Nada) und das Olympia-Aus. „Ich rechne eigentlich jeden Tag mit der Hiobsbotschaft. Eine Sperre wäre eine absolute Katastrophe für mich“, sagte die 25-Jährige der Magdeburger Volksstimme.
Sie würde auch den Deutschen Leichtathletik-Verband hart treffen, da Lindenberg Mitglied der 4 x 400-Meter-Staffel ist. Ein DLV-Sprecher bestätigte, dass Lindenberg eine Sperre droht. Es gebe aber noch keinen Bescheid von der Nada.
Die Vize-Europameisterin mit der Staffel, die sich selbst als Chaotin und nachlässig bezeichnet, hatte im vergangenen Jahr versäumt, im Meldesystem der Nada ihre Aufenthaltsorte für das nächste Quartal für eventuelle Dopingkontrollen zu vermerken. Zudem standen die Kontrolleure einmal umsonst vor ihrer Haustür, obwohl sie Magdeburg als Aufenthaltsort angegeben hatte. Zu dem Zeitpunkt saß die EM-Staffel-Zweite von 2010 jedoch auf der Rückreise von der WM in Daegu/Südkorea im Flugzeug. Ob es einen dritten „Missed Test“ innerhalb von 18 Monaten gegeben habe, sei noch strittig.
Zwar habe sie noch „ein winziges Fünkchen Hoffnung“, mit einem blauen Auge davonzukommen. „Aber straffrei auszugehen, wäre letztendlich auch ein falsches Zeichen für jeden sauberen Sportler, der die Regeln befolgt“, sagte sie einsichtig. Ihr droht im Fall einer Verurteilung eine Sperre von drei Monaten bis maximal zwei Jahren.
„Ich kann und will mich nicht herausreden, ich kenne die Regeln und habe sie mit meiner Unterschrift akzeptiert“, erklärte Lindenberg der Magdeburger Volksstimme. Der Traum von Olympia würde bei einer Verurteilung platzen. „Das Ganze ist unglaublich belastend und mir geht es schlecht, denn es bricht eine Welt zusammen“, so Lindenberg. „Hinter dem, was ich versäumt habe, stand keine Absicht, sondern Blödheit.“
Im so genannten „Adams-System“ müssen die Athleten aus dem Testpool der Nada vor Beginn eines jeden Quartals ihre Aufenthaltsorte für die kommenden drei Monate melden. Die Angaben müssen für jeden Tag ein bestimmtes 60-minütiges Zeitfenster zwischen 6 und 23 Uhr enthalten, zu dem der Athlet an einem bestimmten Ort für Dopingkontrollen erreichbar ist und zur Verfügung steht.