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US Open : Lehrstunde in New York

  • -Aktualisiert am

Schmerzhaft: Auch die lädierte Schulter bremste Mischa Zverev. Bild: dpa

Die US Open sind für Mischa Zverev beendet. Der Deutsche hat im Achtelfinale gegen den Amerikaner Sam Querrey keine Chance. Auch für Julia Görges ist das Turnier zu Ende.

          Eigentlich weiß man ja, was zu tun ist, wenn auf freiem Feld der Blitz einschlägt. So platt wie möglich an den Boden pressen, vielleicht eine kleine Grube graben, wenn es irgendwie geht. Aber was macht man, wenn auf einem Tennisplatz 77 Minuten lang pausenlos der Blitz einschlägt? Auf diese Frage fand Mischa Zverev im Achtelfinale der US Open gegen Sam Querrey nur eine Antwort: Aufrecht stehen bleiben und am Ende froh sein, wenn es vorbei ist. Der Amerikaner rauschte mit Tempo und Konsequenz durch dieses Spiel und brauchte für den Sieg in drei Sätzen (6:2, 6:2, 6:1) nicht länger als andere für einen einzigen Satz.

          Querrey selbst meinte hinterher, das sei vermutlich einer der besten Auftritte seiner Karriere gewesen; am Ende standen 55 so genannte Winner gegenüber nur acht unerzwungenen Fehlern zu Buche. Selbst in bester Verfassung hätte Zverev wohl nicht arg viel ausrichten können an diesem Abend, aber er fühlte sich ohnehin nicht optimal. Nach dem Spiel in der Runde zuvor gegen Querreys Landsmann John Isner war er erst um drei Uhr in der Nacht zur Ruhe gekommen, er war früh wieder aufgewacht, hatte dann Doppel gespielt, und die Kombination tat ihm am Ende nicht gut. Er hatte das Gefühl, einen Schritt langsamer zu sein als sonst, und er begriff relativ schnell, dass das nicht genügen würde.

          Mischa Zverevs Erkenntnisse aus der Dienstreise nach New York? Mit Ausnahme des Endes positiv – weitermachen in diesem Stil. Nach ein paar Tagen Pause wird er zuhause in Monte Carlo auf Sand trainieren. Ende kommender Woche wird die deutsche Mannschaft im Davis Cup in Portugal gegen den Abstieg aus der Weltgruppe spielen, und wenn die Zeichen nicht täuschen, wird er dabei sein. „Ja“, sagt er, „davon gehe ich aus.“ Auch Alexander, der kleine Bruder, der schon vor Tagen nach einer Niederlage in der zweiten Runde tief enttäuscht die Heimreise angetreten hatte? Mal sehen. Bundestrainer Michael Kohlmann wird die Mannschaft an diesem Dienstag nominieren.

          Auch Julia Görges scheitert im Achtelfinale, zieht nach der Niederlage gegen Sloane Stephens jedoch ein positives Fazit.

          Bei Julia Görges schlug zwar nicht der Blitz an, aber die beste Deutsche der US Open 2017 fand, irgendwie hätten die Umstände etwas mit ihrer Niederlage gegen die Amerikanerin Sloane Stephens zu tun. Weil es am Tag vor ihrem Spiel und auch am Morgen desselben regnete, konnte sie sich im provisorischen Louis Armstrong Stadion nicht einspielen, und auf dem frisch verlegten Belag fehlte ihr lange Zeit das richtige Gefühl. Doch sie sagt, die Niederlage ändere nichts an ihrer Einschätzung, in diesem Jahr einen großen Schritt vorangekommen zu sein.

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