Miami Heat ist NBA-Meister, Superstar LeBron James an seinem großen Ziel angelangt. Durch eine ganz starke Leistung haben die Heat an diesem Donnerstag (Ortszeit) zum zweiten Mal nach 2006 den Titel der Basketball-Profiliga NBA geholt. Im fünften Spiel der Finalserie besiegte das Star-Ensemble Zuhause die überforderten Oklahoma City Thunder 121:106 – und kam damit zum vierten, entscheidenden Sieg. „Dieser Titel bedeutet mir alles, es wurde verdammt noch mal Zeit“, sagte ein sichtlich ergriffener LeBron James. Im Vorjahr noch waren Dirk Nowitzki und die Dallas Mavericks eine zu große Hürde.
Nun starrte der 27-jährige LeBron die große, goldene Larry O’Brien-Trophy an wie ein kleines Kind seine Weihnachtsgeschenke - mit großen Augen und weit geöffnetem Mund. „Dies ist der glücklichste Tag meines Lebens und ich möchte ihn mit niemand anderem verbringen, als meinen Mitspielern und unseren Fans“, sagte James. Er hatte seine famose Finalform mit einem „Triple Double“ (26 Punkte, elf Rebounds, 13 Assists) auch im letzten Saisonspiel unter Beweis gestellt, wurde verdient wertvollster Profi („MVP)“ der Endspiele und somit auch hier Nowitzki-Nachfolger. Diesmal ist nicht Dallas, sondern South Beach Amerikas größte Party-Meile. „Wir lieben dich Miami, danke für die Geduld. Wir haben das vergangene Jahr nicht vergessen, wollten es wiedergutmachen“, brüllte Trainer Erik Spoelstra den Fans zu. Der 41-Jährige spielte früher in Herten in der 2. Bundesliga Deutschlands.
Den besten Basketball der Saison
Hinter ihm und seinem Team liegt ein langer und mühsamer Weg zum Titel. Man sei seit Weihnachten auf einer Mission gewesen, erzählte Dwyane Wade. Höhepunkt der kalifornischen Leistungssteigerung waren die Endspiele: Angetrieben von der Enttäuschung und dem Schmerz des Juni 2011 spielte Miami diesmal in den Finals den besten Basketball der Saison. Von dem Duell Miami gegen Oklahoma wird lediglich in Erinnerung bleiben, das es ungleich war und Superstar James endlich Meister wurde. „Wir wurden von einem besseren Team besiegt, keine Frage“, meinte Thunder-Trainer Scott Brooks. Die Dominanz des späteren Siegers war auf dem Feld unübersehbar: Miami war in der ersten Halbzeit deutlich besser als es die 59:49-Pausen-Führung aussagte. Im dritten Viertel zogen die Gastgeber auf 95:71 davon.
Ausschlaggebend war wieder einmal die Ausgeglichenheit im Team. 2011 hatten noch alle auf die Stars James, Wade und Chris Bosh. Diesmal wäre der Titel trotz eines überragenden James ohne Spieler wie Shane Battier, Aufbauspieler Mario Chalmers oder Mike Miller nicht möglich gewesen. So traf Ersatzmann Miller im letzten Spiel sieben seiner acht Drei-Punkte-Würfe und kam insgesamt auf 24 Punkte. Seine Mannschaft sieht ihre Ziele längst nicht erreicht. James, Wade und Bosh haben Verträge bis 2014 und die Option jeweils bis 2016 zu verlängern. Bereits bei ihrer Vorstellung im Heat-Trikot im Juli 2010 sprachen die „Big Three“ von „mehreren Meisterschaften“, die es zu erringen gelte. Ein ernster Konkurrent dürfte der unterlegene Finalgegner bleiben. TV-Experte und Basketball-Legende Earvin „Magic“ Johnson gab unmittelbar nach dem letzten Finalspiel eine Prognose ab: „Ich garantiere, wenn Oklahoma zusammenbleibt, werden sie eine Meisterschaft gewinnen.“