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Medien/Justiz MDR-Sportchef Mohren fristlos entlassen

21.07.2005 ·  Nach der Akteneinsicht im Fall „Wilfried Mohren“ hat der MDR entschieden, daß die Beweise gegen den ehemaligen Sportchef wegen Bestechlichkeit so „erdrückend“ seien, daß er für den Sender nicht mehr tragbar sei.

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Der Mitteldeutsche Rundfunk (MDR) hat seinen wegen Bestechlichkeitsvorwürfen in Untersuchungshaft sitzenden Fernseh-Sportchef Wilfried Mohren fristlos entlassen.

Die Akteneinsicht habe ergeben, daß die Beweise gegen Mohren so „erdrückend“ seien, daß er für den Sender nicht mehr tragbar sei, sagte Intendant Udo Reiter am Donnerstag in Leipzig. Nach bisherigen Erkenntnissen habe Mohren mehr als 100 000 Euro aus einem nicht genehmigten Beratervertrag mit der Energiedienstleistungsfirma Techem kassiert.

INES ermittelt gegen Mohren

Reiter kündigte an, eine Frankfurter Wirtschaftsprüfungsgesellschaft zu beauftragen, um den Fall Mohren innerhalb des MDR weiter zu untersuchen. Die Experten sollen zudem Vorschläge für Dienstvorschriften machen sowie einen gerichtsverwertbaren Report erstellen, damit der MDR Schadenersatzansprüche stellen könne. Gegen Schleichwerbung werde der Sender eine neu zu bildende Arbeitsgruppe einrichten, die auch die Tochterunternehmen des MDR unter die Lupe nehmen solle, kündigte Reiter an.

Mohren, der seit vergangener Woche in Untersuchungshaft sitzt, wird unter anderem vorgeworfen, Sendezeit gegen Schmiergeld verkauft zu haben. Wegen ähnlicher Vorwürfe befindet sich seit Ende Juni auch der ehemalige Sportchef des Hessischen Rundfunks, Jürgen Emig, in Untersuchungshaft. Ferner soll Mohren Ausschreibungsinterna an Dritte verraten haben. Gegen Mohren ermittelt die sächsische Antikorruptionseinheit INES.

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