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Maske gegen Hill Gentleman trifft Lebemann

14.03.2007 ·  So ähnlich hat er es von „Rocky Balboa“ gehört: „Man verfolgt einen Traum, den niemand versteht.“ Henry Maske verspürt „die Energie, wieder boxen zu wollen.“ Und zwar in der gleichen Stadt, im gleichen Ring, gegen den gleichen Mann.

Von Hans-Joachim Leyenberg, München
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Henry Maske sieht ein bisschen bulliger aus als vor zehn Jahren. Damals pendelte sein Kampfgewicht zwischen 83 und 84 Kilogramm. „Ich habe aufgestockt“, sagt er mit Blick auf den Kampf am 31. März in der Münchner Olympiahalle. Dann wird er sich des Maßanzugs mit der olivfarbenen Krawatte entledigt haben und rund 86 Kilogramm auf die Waage bringen.

Dieselbe Stadt, derselbe Boxring, derselbe Ringsprecher, derselbe Gegner wie damals am 23. November 1996 in der Münchner Olympiahalle, als der Boxer aus Frankfurt an der Oder den IBF-Titel im Halbschwergewicht an den Amerikaner Virgil Hill verlor. Die Herren von damals sind somit zehn Jahre älter als damals. Hill ist im fortgeschrittenen Alter von 42 nochmals Weltmeister geworden und hat sich gerne nach München einladen lassen. Er will den Spielverderber geben für den inzwischen ebenfalls 43 Jahre alten Maske, der Hill herausgefordert hat.

„Man verfolgt einen Traum, den niemand versteht

Zur Pressekonferenz des übertragenden Senders RTL in München erscheint Maske überpünktlich, Hill kommt zehn Minuten später. Alles wie bereits vor zehn Jahren gehabt. „So kennen wir die Amis“, stellt Maske fest. Hill trägt Jeans, ein schwarzes T-Shirt, mit dem er Werbung für „zahnersatzsparen.de“ macht, und eine Schirmmütze. Seine Dankesrede an alle jene, die ihm den Aufenthalt in der bayerischen Landeshauptstadt so angenehm machen, ist entschieden länger als jene Zeit, die der Berufskollege Ray Austin unlängst in Mannheim gegen Wladimir Klitschko im Ring auf den Beinen war.

Neben dem herumalbernden Hill blickt Maske vergleichsweise finster drein. Aber so sieht er immer aus, wenn er sich konzentriert. Die Etappe, als er die Beweggründe für sein Comeback stets aufs Neue zu erläutern hatte, liegt hinter ihm. Skeptikern legt er einen Satz ans Herz, den er so ähnlich von „Rocky Balboa“ gehört hat: „Man verfolgt einen Traum, den niemand versteht.“ Es sei denn, man ist Henry Maske. „Ich verspüre die Energie, wieder boxen zu wollen.“

Ein unmöglicher, unerfüllbarer Traum?

Manfred Wolke, sein Trainer von damals, als er noch Weltmeister war, und seit zehn Wochen wieder, rühmt „Henrys Beharrlichkeit, Intensität und Leistungsbereitschaft“, die ihn immer ausgezeichnet hätten. „Er weiß, mit wem er es zu tun hat, und umgekehrt, es ist Vertrautheit da“, sagt Maske im Gegenzug.

Bei seinem Ausflug in die Vereinigten Staaten zum dortigen Übungsleiter Teddy Atlas war es, ohne es auszusprechen, eben nicht so. „Wolke arbeitet sehr ruhig und sehr optimistisch an meinen Stärken, und er hat einige gefunden. Ich hoffe, dass ich da anknüpfen kann, wo ich vor zehn Jahren aufgehört habe. Es steckt alles drin, was früher drinsteckte.“ Hill lässt sich alles übersetzen und grinst. „Wir sind hier nicht auf Urlaubsfahrt“, schiebt Maske noch nach, ehe es ihn wieder zum Training drängt.

Werner Schneyder kommentiert

Neben Maske wirkt Hill wie ein Lebemann, ein Amerikaner auf Europatrip. Während Maske pausierte, hat Hill elfmal geboxt. Und elfmal an Substanz verloren. Man kann es natürlich auch so sehen. Dagegen steht die Volksweisheit „Wer rastet, der rostet“. Schlagerstar Sarah Connor wird eigens für den in die Jahre gekommenen Boxstar Henry Maske ein Lied mit dem beziehungsreichen Titel „The impossibel dream“ singen. Der unmögliche, unerfüllbare Traum? Kollege Wladimir Klitschko hat das Comeback nach langer Boxpause in seiner diplomatischen Art kommentiert: „Es ist alles zu schaffen im Leben, auch ab und zu Dinge, die eigentlich nicht zu schaffen sind.“

Dazu zählt das Kunststück des den Kampf Maske gegen Hill übertragenden Senders, Werner Schneyder als Experten am Ring gewonnen zu haben. So wie damals, als er die Boxfreunde genauso ausdrücklich begrüßte wie die Boxskeptiker. Die Zahl der Skeptiker ist gewachsen. Schneyder, der Mann für die unbequemen Wahrheiten, gehört dazu.

Quelle: F.A.Z., 15.03.2007, Nr. 63 / Seite 30
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Jahrgang 1943, Sportredakteur.

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