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Maske gegen Hill Boxer für Millionen

30.03.2007 ·  Im Schlussverkauf der Karriere noch mal ordentlich abkassieren. Auch darum geht es, wenn sich die beiden alternden Boxer Henry Maske und Virgil Hill im Ring wieder gegenüberstehen. Doch ein „Showkampf“ soll es dennoch nicht werden.

Von Hans-Joachim Leyenberg
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Was steht eigentlich auf dem Spiel, wenn sich an diesem Samstag zwei alternde Boxer gegenüberstehen? Gewiss, es geht um Millionen. Es sind ein paar Millionen Euro im Spiel, und die Zahl derer, die sich das Duell ansehen werden, dürfte sich nicht allzu sehr von jener Marke entfernen, die der "Gentleman" Henry Maske im November 1996 in seinem letzten Kampf erreicht hatte: 17,52 Millionen. Es wurde, wie man inzwischen weiß, doch nicht sein letzter Kampf. Und ob es bei der einmaligen Rückkehr aus dem Boxruhestand bleibt, ließ der einstige Champion aus Brandenburg noch in der Schwebe.

Sich diese Option offenzuhalten, ist neu. Da ist Virgil Hill in seiner Phantasie schon viel weiter. Er brachte - die Gelegenheit war günstig - flugs die Namen der betagten Recken Michalczewski und Rocchigiani ins Spiel. Erst die Frage nach dem Zustand des Berufsboxens, wenn es Leute richten sollen, die in einem Alter sind, wo sich das Preisboxen allmählich doch verbietet, brachte Hill leicht aus dem Konzept. Da hantiert einer auf seine alten Tage mit Namen - stets in der Hoffnung, im Schlussverkauf seiner Karriere noch mal ordentlich abzukassieren.

Eigene Gewichtsklasse

Als Hill gefragt wurde, ob er mit seinem Auftritt seinen WBA-Titel aufs Spiel setze, indem er gegen Maske boxe, verwies er auf das, was er von seinen Anwälten herausgehört haben wollte: Da der Weltverband das Remake nicht sanktioniert habe, finde er für die WBA quasi nicht statt. Selbst wenn er verlöre, behielte er den WM-Gürtel. Im Umkehrschluss wird Maske im Falle eines Sieges auch nicht Weltmeister. Manager Heinz bestätigt die Version - solange es um seinen Mandanten geht. Allerdings, darüber habe ihn die WBA nicht im Zweifel gelassen, verliert Hill umgehend seinen Titel, sollte er den Ring als Verlierer verlassen.

Die Wertigkeit des Wiedersehens im Ring ist schon deshalb relativ, weil sich die beiden in einer ganz eigenen Gewichtsklasse begegnen. Sie haben sich auf das Limit von 86,182 Kilogramm verständigt. Das ist die Höchstgrenze im Cruisergewicht. Allerdings das alte Limit. Nach einer vor Jahren erfolgten Revision der Höchstgrenzen sind 90,720 Kilo das Limit. In dieser Version ist Hill Weltmeister.

"Boxen braucht einen guten Kampf, es wird kein Showkampf", hat Hill versprochen. Dafür garantiert allein schon die Ernsthaftigkeit Maskes, mit der dieser seinen Traum zu realisieren sucht. Aber die Idealbesetzung im Preisboxen können sie schon auf Grund ihres Alters nicht mehr werden. Aber sie leben in dieser Vorstellung - so als stünde ihnen eine Verjüngungskur bevor. Hill und Maske als die personifizierte Zukunft des Preisboxens? Dann muss es tatsächlich schlecht um die Gegenwart bestellt sein.

Quelle: F.A.Z., 15.03.2007, Nr. 63 / Seite 30
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Jahrgang 1943, Sportredakteur.

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