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Veröffentlicht: 16.06.2017, 08:40 Uhr

Schwimm-Meisterschaften Koch ist zu langsam für ein WM-Ticket

Am ersten Tag der deutschen Schwimm-Meisterschaften ist Weltmeister Marco Koch noch nicht schnell genug für das WM-Ticket. Dafür überzeugen ein Youngster und zwei Frauen mit deutschen Rekorden.

© dpa Marco Koch hat sein WM-Ticket noch nicht sicher.

Ein WM-Ticket, zwei deutsche Rekorde - und ein rätselnder Marco Koch. Zum Auftakt der deutschen Meisterschaften in Berlin hat der Weltmeister auf seiner Nebenstrecke 100 Meter Brust die WM-Norm erwartungsgemäß verpasst. Dagegen trumpfte Poul Zellmann auf der langjährigen Distanz des zurückgetretenen Weltrekordlers Paul Biedermann groß auf. Brustschwimmerin Jessica Steiger verbesserte einen zehn Jahre alten deutschen Rekord. Sie gewann über 200 Meter Brust in 2:25,00 Minuten und blieb damit 33 Hundertstelsekunden unter der Bestmarke von Birte Steven aus dem April 2007. Über 50 Meter Schmetterling schwamm Alien Schmidtke in 26,00 Sekunden ebenfalls nationale Bestzeit.

Koch hatte vor schon den Meisterschaften gesagt, bezüglich seiner Form „im Dunkeln“ zu tappen. Sein dritter Platz (1:00,56) am Donnerstag änderte daran nichts. „Das war noch nicht so gut“, sagte er. „Ich fühl’ mich gut, aber ich bin nicht schnell.“ Nach den enttäuschenden Olympischen Spielen in Rio de Janeiro hatte Koch auch ein Training weiter optimiert - im Rahmen eines neuen Kraftkonzepts des Deutschen Schwimm-Verbands. Er will sich sein WM-Ticket am Sonntag nun über seine Hauptstrecke 200 Meter Brust sichern.

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Schneller als Koch über 100 Meter Brust waren der neue deutsche Meister Christian vom Lehn (59,47) und Fabian Schwingenschlögel (1:00,47). „Das war ein geiles Rennen“, sagte vom Lehn. Der WM-Dritte von 2011 über 200 Meter empfahl sich für die WM-Lagenstaffel. „Das war jetzt hoffentlich mein Staffelplatz für die WM in Budapest.“

Schwingenschlögl, der in 1:00,04 Minuten als Schnellster noch die Vorlaufnorm geschafft hatte, konnte die Finalzeit nicht erfüllen. Für die Qualifikation für die WM vom 14. bis zum 30. Juli in Budapest müssen die Sportler in beiden Läufen geforderte Zeiten unterbieten. Und die Normen sind dieses Jahr besonders hart. In der offenen Klasse müssen die Sportler eine Zeit schwimmen, die bei Olympia 2016 für das Finale gereicht hätte. „Die etablierten Athleten sollen bei einer WM den Anspruch haben, dass sie das Finale sehen können“, sagte Chefbundestrainer Henning Lambertz.

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Leichter haben es die jüngeren Schwimmer, die durch vereinfachte Kriterien in den WM-Kader aufrücken können. Er wollen den jungen Sportlern „das Türchen öffnen“ und ihnen die Chance geben, bei der Weltmeisterschaft dabei zu sein, sagte der Trainer. Diese Chance nutzte Zellmann. Der 21-Jährige schaffte in 3:47,68 Minuten über 400 Meter Freistil im Vorlauf die WM-Norm für die U23-Schwimmer und war als Finalsieger sogar noch schneller (3:47,49). „Er ist ganz fest in diesem Team drin. Da wackelt und fällt nichts mehr“, sagte Lambertz zu den WM-Aussichten des Youngsters. Zellmann habe „einen wirklich sehr, sehr guten Job gemacht“. Er ist als Meister Nachfolger von Florian Vogel, der kürzlich seine Karriere beendete.

Bei den Frauen verteidigte Sarah Köhler ihren Vorjahrestitel über 400 Meter Freistil erfolgreich. 4:08,30 Sekunden waren aber zu langsam für die Qualifikation für die WM in Ungarn. Besonders auf sich aufmerksam machten Steiger und Schmidtke mit ihren deutschen Rekorden. „Ich habe gehofft, dass ich den deutschen Rekord knacken kann. Dass es jetzt hier geklappt hat, ist super“, sagte Steiger. Auch der Chefbundestrainer freute sich. „Zwei deutsche Rekorde - das ist immer schön“, sagte Lambertz. Obwohl am ersten Tag der nationalen Titelkämpfe in Zellmann nur ein Schwimmer die WM-Norm geschafft hatte, zog er ein positives Fazit. Er habe am Ende „mehr Licht als Schatten“ gesehen, sagte Lambertz.

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