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Marathonserie (3) Joey Kellys Hitparade der Leiden

 ·  Ob Dschungel, Wüste oder Hochgebirge. Musiker und Extremsportler Joey Kelly war schon da - und ist durchgelaufen. Seine Top Five der größten Torturen auf zwei Beinen. Teil drei der Lauf-Serie vor dem Berlin-Marathon am Sonntag.

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Joey Kelly ist Musiker und Extremsportler. Seine Top Five der größten Torturen auf zwei Beinen.

1. Badwater Ultramarathon (135 Meilen)

Ein Lauf im Death Valley in Nevada im Juli, einem der heißesten Orte der Welt: bis zu 58 Grad. Wenn du da aus dem klimatisierten Auto aussteigst, ist das so, als wird dir ein Föhn ins Gesicht gehalten. Der Talkessel ist wie ein riesiger Ofen. Das Ziel liegt auch noch auf 3000 Metern Höhe, die Steigung beträgt meist etwa zwölf Prozent. Einfach nur brutal, einfach außer Kontrolle.

2. Idita Sport Extreme (100 Meilen)

Gab es bis 2004: Ein brutales Ding, Anfang Februar in Alaska bei bis zu minus 30 Grad. Dieser eiskalte Wind raubt dir die letzte Kraft. Ich habe 37 Stunden gebraucht, davon war es nur fünf Stunden hell. Dein 30 Kilo schweres Gepäck ziehst du auf einem Schlitten hinter dir her. Aber das Schlimmste kommt zum Schluss: Im Ziel ist kein Mensch. Es gibt keine Medaille, kein Shirt, gar nichts. Man muss anrufen, wenn man angekommen ist. Am anderen Ende der Leitung sagt dann jemand: Glückwunsch!

3. Libyan-Challenge (200 Kilometer)

Das ist ein Orientierungslauf - eine ganze neue Erfahrung für mich. Du hast nicht nur die mörderische Distanz durch die Wüste Libyens - fast nur über Sanddünen -, und das etwa acht Kilo schwere Gepäck auf dem Rücken, sondern musst dich anhand deiner GPS-Uhr auch auf die Strecke konzentrieren. Alle 20 bis 30 Kilometer gibt es eine Verpflegungsstation, wo du vier Liter Wasser einpackst. Da sollte man keine verpassen.

4. Jungle Marathon (220 Kilometer)

Start ist von Manaus aus acht Stunden den Amazonas aufwärts im tiefsten brasilianischen Dschungel. Die Luftfeuchtigkeit beträgt 90 Prozent, alles klebt - vor allem die komplette Ausrüstung auf deinem Rücken. Jeden Morgen regnet es wie aus Eimern. Es geht über Stock und Stein durch den Dschungel, und ständig bedrohen dich irgendwelche Scheißviecher, zum Beispiel irgendwelche brandgefährlichen Froscharten. Ich bin froh, dass ich den Lauf überlebt habe. Das ist „Survival pur“.

5. Mount Everest Ultra Marathon (100 Meilen)

Ein sauharter Wettkampf, aber auch mit wunderschönen Ausblicken auf alle Achttausender des Himalaya. Start ist auf 2200 Meter Höhe. Die höchsten Pässe, die es zu überwinden gilt, sind auf 4600 Metern. Die Luft ist über 3000 Meter wahnsinnig dünn und die Strecke über Steine und Wurzeln richtig gefährlich. Da ziehen sich viele Läufer richtig schwere Verletzungen zu.

Herbstzeit ist Marathonzeit. FAZ.NET bereitet sich und seine Leser mit einer Sechs-Tage-Serie auf den Berlin-Marathon am 20. September vor. Teil 3: Joey Kellys Hitparade der Leiden. Aufgezeichnet von Alex Westhoff.

Quelle: F.A.S.
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