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Marathonläufer Arne Gabius : „Mir reicht es einfach“

Der deutsche Läufer Arne Gabius während des Marathons in Hannover Bild: dpa

Marathonläufer Arne Gabius schickt deutliche Worte an den eigenen Verband. Im Interview spricht er über seinen ewigen Kampf um Hilfe, seinen Verzicht auf die WM – und ein reizvolles Rekordprojekt.

          Zwei Marathons pro Jahr sind drin für Spitzenläufer. Ihren ersten haben Sie hinter sich. Wird ihr zweiter wirklich nicht der bei der Weltmeisterschaft sein?

          Michael Reinsch

          Korrespondent für Sport in Berlin.

          Das ist sicher.

          Mit der Entscheidung haben Sie Ihre öffentliche Förderung weggeworfen.

          Was heißt öffentliche Förderung? Im vergangenen Jahr war sie okay wegen Olympia. Der Verband hat mir drei Trainingslager bezahlt, sonst gab’s nichts. Dann kam die Verletzung. Für 2017 hatte ich ursprünglich die WM eingeplant. Der Marathon findet auf einem schönen Rundkurs durch London statt und führt vier Mal über die Tower Bridge. Ich habe Hannover gewählt, weil ich durch den frühen Termin viel Zeit zur Vorbereitung auf London gehabt hätte. Ich hatte erwartet, dass der Verband mir die vier Wochen Kenia finanziert, die ich gerade hinter mir habe, und direkt vor der WM ein Trainingslager in St. Moritz. In Kenia habe ich erfahren, dass man mir für die Finanzierung noch keine Zusage geben könne.

          Um wie viel Geld geht es?

          Um zweieinhalbtausend Euro. Ich habe seit zwanzig Jahren mit diesem Verband zu tun, und es ändert sich nichts. Ich muss jedes Jahr wieder diese Diskussionen führen. Es reicht einfach! Das einzig Neue ist, dass ich einen neuen Bundestrainer im Bereich Lauf habe. Er fängt jetzt neu an, und ich habe keine Lust, die gleichen Kämpfe mit ihm nochmals auszutragen.

          Eine aufgeschobene Zusage kann doch nicht der Grund sein.

          Als ich in Eldoret eintraf, bin ich dort einer weiteren Bundestrainerin begegnet, Frau Heinig. Sie informierte mich vor Ort darüber, dass der Physiotherapeut des Verbandes erst drei Tage vor meiner Abreise in Kenia eintreffen wird. Mir wurde in diesem Moment bewusst, dass ich entweder absichtlich nicht berücksichtigt oder einfach vergessen wurde. Wohlgemerkt waren in diesem Jahr nur drei deutsche Kaderathleten in Kenia. Das war der Tropfen, der das Fass zum Überlaufen gebracht hat.

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          Ist dies ein endgültiger Bruch? Werden Sie auch bei der Europameisterschaft in Berlin 2018 nicht starten?

          Wenn man darüber nachdenkt, wie das Laufen von Verbandsseite her in Deutschland unterstützt wird, muss man ein Zeichen setzen! Immer nur über den Verband zu schimpfen ist mir zu einfach, deshalb muss ich jetzt handeln! Ich hatte die Jahresplanung mit der WM eingereicht, daraufhin gab es keine Reaktion vom Verband. Mir reicht es einfach. Ich werde daher auch die Athleten-Vereinbarung nicht unterschreiben.

          Sie wollen in Berlin 2018 nicht um den Titel kämpfen?

          Bei den Europameisterschaften in Berlin zu laufen, das ist schön und gut. Aber auch beim Berlin-Marathon mit 45.000 Teilnehmern und mindestens einer halben Million Zuschauer an der Strecke die deutsche Fahne hochzuhalten ist besser.

          Geben Sie damit auch Unterstützung durch die Sporthilfe auf?

          Die bekomme ich seit 2011 nicht mehr. Auch in diesem Jahr habe ich sie abgelehnt. Ich weiß gar nicht, ob man sich noch verpflichten muss, fünf Prozent seiner Vermarktungseinnahmen an die Sporthilfe abzuführen, maximal 5000 Euro. Ich wüsste gern, wer sich daran hält. Aber ich muss keinen Vertrag unterschreiben, dass mich jemand mit 150 oder 200 Euro unterstützt und am Ende mehr zurückhaben will.

          Gibt es nicht einen Anspruch der Gesellschaft, dass Sie sie vertreten?

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