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Marathon-Siegerin Mikitenko „Mein Mann hat mich geärgert“

28.09.2008 ·  Irina Mikitenko gewann den Berlin-Marathon in deutschem Rekord von 2:19:19 Stunden. Nur drei Frauen liefen die 42,195 Kilometer schneller. Im Interview spricht die gebürtige Kasachin über Ärger mit ihrem Mann, Tempomacher und künftige Ziele.

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Irina Mikitenko hat den Berlin-Marathon in der deutschen Rekordzeit von 2:19:19 Stunden gewonnen. Nur drei Frauen sind die 42,195 Kilometer bislang schneller gerannt. Nach ihrem zweiten großen Sieg in der Marathon-Saison hat Mikitenko gute Chancen auf den Gewinn eines 500.000-Dollar-Jackpots.

Im Interview spricht die aus Kasachstan stammende Deutsche über Ärger mit Mann und Tempomachern, ihre Vorliebe für Läufe in Berlin und künftige Ziele.

Hat Sie die Zeit, in der Sie gewonnen haben, überrascht?

Ich wusste, dass ich gut in Form bin. Aber dass es für eine Zeit unter 2:20 Stunden reicht, davon habe ich nur geträumt. Das ist erst mein dritter Marathon. Nun werde ich nächstes Jahr bei der Weltmeisterschaft genauso schnell laufen.

Hat Sie das hohe Anfangstempo der anderen Läuferinnen nicht nervös gemacht?

Das konnte mich nicht irritieren. Ich war sowieso schneller, als wir geplant hatten. Ich kriege immer noch Ärger mit meinem Mann. Er hat erst gesagt, dass er bis Kilometer 30 der Chef ist. Aber bei Kilometer 35 hat er mich immer noch geärgert. Da habe ich gesagt: Was läuft denn jetzt? Ich kann eine Zeit unter 2:20 laufen, jetzt ist mir egal, was du sagst; ich laufe einfach. Und es hat super geklappt.

Ihr Mann war der Meinung, dass Sie ein zu großes Risiko eingegangen sind?

Mein Mann ist mein Trainer, und er ist sehr vorsichtig, besonders, was seine Frau angeht. Dafür bin ich ihm dankbar. Aber ich habe meine Erfahrung als Läuferin. Ich habe in mich hineingehört und gewusst, dass es heute super geht. Schon bei der halben Strecke habe ich gewusst, dass ich nur gegen die Uhr und gegen mich laufe. Irgendwie bin ich sicher gewesen, dass ich das Rennen gewinnen kann. Da wollte ich auch eine gute Zeit laufen.

Sie haben viel gestikuliert. Waren Ihnen die Tempomacher im Weg?

Ich bin eine Läuferin, die gern auch Tempo macht. Ich glaube, dass ich meinen Tempomachern Ärger gemacht habe, weil ich gedrückt habe und mein Mann sie gebremst hat. Ich habe mich nach dem Rennen bei ihnen entschuldigt.

Sie haben vor dem Lauf gesagt, dass Sie bei Ihren ersten beiden Marathons im Ziel das Gefühl hatten, nicht alles gegeben zu haben. Wie ist es heute?

Ich habe das Gefühl, dass ich noch tanzen kann.

Laufen Sie nächstes Jahr wieder in Berlin?

Ja, bei der Weltmeisterschaft. Hier kann ich gut laufen. Es gab keine Stelle auf der Strecke, an der ich die Leute nicht meinen Namen habe rufen hören. Und 2012 sind die Olympischen Spiele in London. Dort kann ich auch gut Marathon laufen.

Wollen Sie am 2. November in New York um den Jackpot von 500.000 Dollar laufen, den die World Marathon Majors ausgesetzt haben?

Jetzt fühle ich mich gut. Aber fragen Sie mich noch einmal, wenn ich eine Nacht darüber geschlafen habe.

Aufgezeichnet von Michael Reinsch.

Quelle: F.A.Z.
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