Die Auseinandersetzung um den Fortbestand des Glücksspielmonopols gewinnt an Schärfe. Im FAZ.NET-Interview greift der Chef der Lotto-Gesellschaften der Bundesländer, Erwin Horak, den Staat an. Die Sportverbände und Profiligen erhoffen sich durch eine Öffnung des Marktes für private Sportwettenanbieter zusätzliche Einnahmen. Fachleute glauben, dass 200 bis 400 Millionen Euro pro Jahr in die Kassen fließen könnten.
Der Sport in Deutschland und eine Reihe von Bundesländern wollen das Glücksspielmonopol kippen. Bald könnten private Sportwettenanbieter legal in Deutschland Angebote machen. Sehen Sie sich auf verlorenem Posten?
Die Kommerzialisierung der Sportwetten ist der falsche Weg. Eine Abkehr vom Staatsvertragsmodell würde zu mehr Spielsuchtgefahren und zum Ende der bewährten Förderung des Gemeinwohls führen. Ich prophezeie, dass die 500 Millionen Euro im Jahr für den Sport aus dem staatlichen Lottotopf wegbrechen.
Die Umsätze der staatlichen Oddset-Sportwette sind innerhalb fünf Jahren von rund 550 Millionen Euro auf 185 Millionen zurückgegangen. Im gleichen Zeitraum explodierte der sogenannte illegale Wettmarkt auf rund sieben Milliarden in Deutschland. Ist das bestehende Monopol nicht aberwitzig?
Es wundert, dass der Staat schon über Jahre dem Treiben illegaler Anbieter vor allem im Internet keinen wirksamen Einhalt gebietet, in der Folge sich diese immer weiter ausbreiten konnten und von einigen Bundesländern zur Begründung einer Liberalisierung nun vorgetragen wird, dass der Marktanteil von Oddset nur noch gering wäre. Das ist inkonsequent.
Wie wollen Sie Wettanbieter im Ausland und deren Kunden in Deutschland stoppen?
Es fehlt die konsequente Durchsetzung des gültigen Staatsvertrags. Bereits jetzt gibt es viele Möglichkeiten: Man könnte das Internet blocken, Provider in die Pflicht nehmen, Zahlungsströme unterbinden und so Banküberweisungen an ausländische Anbieter verbieten. Das alles wird nicht ernsthaft betrieben.
Können Sie dem Sport in den laufenden Verhandlungen noch etwas anbieten?
Wir würden gerne zusammen mit dem Sport für eine direkte Beteiligung des Sports an der Lotteriesteuer und damit für höhere Mittel kämpfen. Oddset muss gleichzeitig attraktiver gemacht werden können, zum Beispiel durch ein Internet-Angebot und eine höhere Gewinnausschüttung. Die liegt derzeit bei nur 55 Prozent. Dadurch könnten die Umsätze der staatlichen Sportwetten schon kurzfristig auf 750 Millionen Euro pro Jahr verdreifacht und die Erträge für die Länder und den Sport erhöht werden.
Großer Quatsch des Herrn Horak
Daniel Benna (kernschmelze)
- 18.11.2010, 17:52 Uhr
Sicher Herr Horak.....
Kai Luers (ftee)
- 18.11.2010, 20:22 Uhr
dann machen sie mal
Theo Schönburg (kleio62)
- 19.11.2010, 11:56 Uhr
Was ihn anders macht...
Uwe Wagner (view)
- 19.11.2010, 13:27 Uhr
Horak spinnt total
Dirk Berends (Berends)
- 19.11.2010, 13:38 Uhr