31.08.2008 · Beim Etappensieg des Spaniers David de la Fuente auf dem zweiten Teilstück der Deutschland-Tour hat Columbia-Kapitän Linus Gerdemann seine Führung in der Gesamtwertung als Tagesfünfter erfolgreich verteidigt.
Radprofi Linus Gerdemann hat die ersten Angriffe der Konkurrenten abgewehrt. Beim Tagessieg des Spaniers David de la Fuente verteidigte der Münsteraner am Sonntag als Fünfter sein Gelbes Trikot, das er sich am Vortag mit seinem Alleingang auf der Königsetappe der Deutschland-Tour geholt hatte. „Wir müssen jeden Tag hart kämpfen, denn es wurde heute ein enormes Tempo gefahren. Ein Riesenkompliment an meine Mannschaft“, sagte Gerdemann, der im Finale von seinen Rivalen immer wieder attackiert wurde.
De la Fuente vom Team Scott-American Beef setzte sich auf dem 182,6 Kilometer langen Tagesabschnitt von München hinauf zum mittelfränkischen Hesselberg vor dem Italiener Pietro Caucchioli (Credit Agricole) und dem Schweden Thomas Lövkvist durch. In der Gesamtwertung führt Gerdemann weiter vor seinem Team-Kollegen Lövkvist (+17 Sekunden) und dem Slowenen Janez Brajkovic (+20).
„Der König ist tot, es lebe der König“
Schon nach seinem Auftakt-Coup in den Tiroler Alpen hatte sich der Columbia-Fahrer zuvor die ersten Glückwünsche der Konkurrenten anhören dürfen. „Der König ist tot, es lebe der König“, hatte der entthronte Titelverteidiger Jens Voigt dem neuen Spitzenreiter am Samstag etwas vorschnell zum Gesamtsieg gratuliert.
Während Voigt auf dem Anstieg zur 1463 Meter hohen Skistation Hochfügen einbrach, 8:48 Minuten verlor und bereits nach der Auftaktetappe seine Hoffnungen auf den dritten Erfolg in Serie begraben musste, feierte Gerdemann ein großartiges Comeback. „Nach meiner langen Verletzung im Frühjahr konnte man nicht damit rechnen“, sagte Gerdemann fünf Monate nach seinem bei der Fernfahrt Tirreno-Adriatico erlittenen Beinbruch.
Mit „springender Kette“ zum Sieg am Berg
Er wird wohl bis zur Schlussetappe in Bremen das Gelbe Trikot tragen. Dort will er mit einem Coup beim Zeitfahren erstmals sein Heimrennen gewinnen: „Ich bin da sehr zuversichtlich.“ Dabei konnte die Konkurrenz noch froh sein, dass ihr der Münsteraner im Kampf um Gelb am Samstag nicht noch weiter enteilt war. Im Schlussanstieg verfing sich Gerdemanns Funkgerät am hinteren Kettenblatt.
Wie mit einer „springenden Kette“ musste der 25-Jährige die letzten Kilometer „im Tuckergang“ bewältigen. „Ich dachte, dieses Jahr ist der Fluch drin. Da habe ich zwischen 30 Sekunden und einer Minute liegen lassen“, meinte Gerdemann, der nach eigener Aussage ansonsten „den Sack“ fast schon zugemacht hätte. Nun gelten sein schwedischer Teamkollege Lövkvist, ein starker Fahrer im Kampf gegen die Uhr, und Astana-Profi Brajkovic, am Sonntag Vierter, als schärfste Rivalen.