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Leichtathletik Wariner verliert beim Istaf, Friedrich überspringt 2,00 Meter

01.06.2008 ·  Für den amerikanischen 400-Meter-Weltmeister Jeremy Wariner brachte die Reise nach Berlin eine herbe Niederlage. Einige deutsche Athleten holten sich beim Istaf hingegen Selbstvertrauen für die Olympischen Spiele in Peking.

Von Michael Reinsch, Berlin
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Die Reise nach Berlin war ein Schlag ins Wasser für Jeremy Wariner. Der 24 Jahre alte Weltmeister und Olympiasieger über 400 Meter aus den Vereinigten Staaten, seit Jahren unbesiegt auf der Stadionrunde, unterlag am Sonntag beim Istaf in Berlin seinem Landsmann LaShawn Merrit. Aus der Kurve kamen beide gleichauf auf die Zielgerade. Doch statt wie sonst zu beschleunigen, blieb er hinter seinem 21 Jahre alten Staffelkameraden zurück, mit dem er gemeinsam in Osaka die Goldmedaille bei der WM 2007 gewonnen hatte. Merrit siegte vor 60.000 Besuchern im Olympiastadion in 44:03 Sekunden, Wariner brauchte vier Hundertstelsekunden mehr.

Er habe das Für und Wider eines Starts in Europa mit seinem Manager Michael Johnson und Trainer Michael Ford lange abgewogen, sagte Wariner. Sie seien zu dem Ergebnis gekommen, dass ihm Starts in Berlin und Oslo vor den amerikanischen Olympia-Ausscheidungen Anfang Juli mehr nützen als schaden würden. Im vergangenen Jahr war seine Trainingspartnerin Sanya Richards in Oslo gestartet und hatte, obwohl beste 400-Meter-Läuferin der Welt, als Vierte in den Trials die WM-Qualifikation im Einzel verpasst. Diese Überraschung könnte Wariner nach dem Rückflug in die Vereinigten Staaten auch blühen.

Robert Harting auf Rang drei und vor dem Weltmeister

„Eines haben wir Diskuswerfer der SPD voraus“, sagte der Berliner Robert Harting, nachdem er am Sonntag im Diskuswerfen des Istaf seine Bestleistung auf 67,70 Meter verbessert hatte. „Die K-Frage ist entschieden.“ Was der 23 Jahre alte Zweite der Weltmeisterschaft damit sagen wollte? Er ist die Nummer eins in Deutschland. Hinter dem Iraner Ehsan Hadiadi, der überraschend 69,12 Meter erzielte, und Olympiasieger Virgilijus Alekna (Litauen/ebenfalls 69,12) kam Harting im Vergleich mit der Weltklasse auf Platz drei - vor Weltmeister Gerd Kanter (Estland/66,57).

Vor allem in der Auseinandersetzung mit Altmeister Michael Möllenbeck war Harting dieses Statement wichtig. Die beiden setzen sich nicht nur sportlich auseinander - Möllenbeck kam als Achter mit 62,29 Meter wieder nicht auf die Qualifikationsweite für die Olympischen Spiele in Peking. Auch in der „Säufer-Affäre“, die seit den Werfertagen in Halle an der Saale schwelt, glaubt sich Harting nach einer öffentlichen Entschuldigung, einer per E-Mail und einer persönlichen am Ziel. „Er ist ein bisschen griesgrämig“, sagte Harting am Sonntag nach dem Wettkampf in Berlin. „Mir ist es eigentlich egal, ob er mir verzeiht oder nicht.“ Er habe hart trainiert in dieser Woche, sagte Harting, deshalb könne von Frühform keine Rede sein. Aber von Hadiadi zeigte er sich doch überrascht, war er doch überzeugt gewesen, allein mit dem Polen Piotr Malachowski (65,24/Platz sechs) um Platz drei in der Welt zu kämpfen. „Da gibt man alles, und dann kommt einer und wirft anderthalb Meter weiter“, staunte er. „Das motiviert mich, noch mehr zu trainieren.“

Ariane Friedrich überspringt erstmals im Freien die Zwei-Meter-Marke

Der Berliner Carsten Schlangen unterbot über 1500 Meter in 3:49,55 Minuten die Olympianorm um eine halbe Sekunde. Im Rennen mit der internationalen Konkurrenz, deren schnellster der Kenianer Augustine Choge in 3:31,57 war, kam er auf Platz zehn. „Ich glaube, damit bin ich für Peking qualifiziert“, sagte Schlangen. „Das war mein erstes Rennen der Saison, und das ist immer das schwerste.“ In der vergangenen Woche hatte er in Königs-Wusterhausen mit einem Tausendmeterlauf in 2:17,44 Minuten schon gezeigt, dass er gut in Form ist.

Ariane Friedrich überwand im Hochsprung, den Favoritin Blanka Vlasic mit 2,03 Meter gewann, zum ersten Mal in einem Freiluft-Wettbewerb zwei Meter. In der Halle sprang die Frankfurterin im vergangenen Winter bereits 2,02 Meter. Die Kroatin Vlasic versuchte sich drei Mal erfolglos an 2,06 Meter. Die 18 Jahre alte Kenianerin Pamela Jelimo verbesserte über 800 Meter ihren Junioren-Weltrekord auf 1:54,99 Minuten. Mit dieser Zeit ist sie auch Afrika-Rekordhalterin. Noch in der vergangenen Woche hatte der kenianische Verband erwogen, sie mit einem Startverbot vor einer Überforderung zu schützen.

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Jahrgang 1958, Korrespondent für Sport in Berlin.

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