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Leichtathletik in Zürich Powell stellt 100-Meter-Weltrekord ein

18.08.2006 ·  Ausgerechnet im letzten Leichtathletik-Wettkampf im alten Züricher Letzigrund-Stadion hat Asafa Powell den Weltrekord über 100 Meter eingestellt. Der Jamaikaner sprintete nach 9,77 Sekunden ins Ziel. Doch das Mißtrauen lief mit.

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Asafa Powell hat bei der 78. Auflage des Leichtathletik-Meetings „Weltklasse Zürich“ mit seinem Weltrekord über 100 Meter einen glanzvollen Schlußpunkt beim stimmungsvollen Abschied vom alten Letzigrund-Stadion gesetzt. Der 23 Jahre alte Jamaikaner rannte zum dritten Mal 9,77 Sekunden. „Ich danke Gott“, sagte der Pastorensohn wie schon nach den Rekordläufen am 14. Juni 2005 in Athen und am 11. Juni dieses Jahres in Gateshead.

Daß angesichts der positiven Dopingprobe des Noch-Weltrekord-Mitinhabers Justin Gatlin (USA) und der wohl doch in einem positiven Test begründeten überstürzten Abreise von Marion Jones (USA) auch dieses Mal das Mißtrauen mitlief, war Powell bewußt (Siehe auch: Doping-Test positiv: Vor der Wahrheit kann Marion Jones nicht flüchten). „Ich bin sauber“, erklärte der zum neunten Mal in diesem Jahr unter 10 Sekunden laufende Athlet und fügte an: „Natürlich habe ich vor der Dopingkontrolle keine Angst. Im Gegenteil, nach diesen Jungs halte ich jeweils zuerst Ausschau, wenn ich die Ziellinie überquert habe.“

„Keine Angst vor den Kontrollen“

Mächtig stolz war Powell auf seinen dritten Weltrekord: „Das hat sonst über 100 Meter noch keiner geschafft.“ Nun will er beim nächsten Mal „vielleicht über die Ziellinie tauchen, damit ich unter 9,77 Sekunden bleibe“. Ob dies bei den beiden restlichen Stationen der Golden League Serie in Brüssel (28. August) und Berlin (3. September) passiert, „weiß ich nicht, aber alles ist möglich“.

Neben Powell haben sich in Zürich weitere fünf Athleten die Chance erhalten, am Jackpot von einer Million Dollar (830.000 Euro) teil zu haben. Wie der Weltrekordler gewannen Jeremy Wariner (44,20 Sekunden) und die ebenfalls aus den Vereinigten Staaten kommende Sanya Richards (50,18) die 400 Meter sowie Tirunesh Dibaba (Äthiopien/14:45,73 Minuten) die 5000 Meter zum vierten Mal. Irving Saladino (Panama/8,36 Meter) setzte sich zum dritten Mal im Weitsprung ebenso durch wie Kenenisa Bekele über 5000 Meter. Dem äthiopischen Olympiasieger und Weltmeister über 10.000 Meter gelang dabei mit 12:48,25 Minuten die einzige Jahresweltbestleistung.

Deutsche Sieger von gestern

Stocksauer auf die „Hasen“ war Saif Saeed Shaheen, der über 3000-Meter-Hindernis mit 7:56,54 Minuten nicht nur seine Saisonbestzeit (7:56,32), sondern die angekündigte Verbesserung seines Weltrekords (7:53,63) deutlich verfehlte. „Vor Ende des zweiten Kilometers mußte ich den Hasen sogar Beine machen“, schimpfte der für Katar laufende geborene Kenianer, „wenn die Pacemaker gut gewesen wären, hätte ich Weltrekord laufen können“.

Und die Deutschen? Da glänzten vor allem die Größen vergangener Tage. Armin Hary, der 1960 mit 10,0 Sekunden den ersten von drei Sprint-Weltrekorden im Letzigrund aufgestellt hatte, ehrte Powell für den 24. Zürich-Weltrekord. Martin Lauer, mit 13,2 Sekunden im Hürdensprint 1959 erster Weltrekordler überhaupt im Letzigrund, Heike Drechsler und Harald Schmid wurden für ihren Beitrag zu „unvergeßlichen Stunden“ im alten Stadion geehrt und gefeiert.

Quelle: FAZ.NET mit Material von dpa und sid
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