31.07.2010 · Speerwerfer Matthias de Zordo schleudert den Speer zu Silber und Ralf Bartels sichert sich mit dem letzten Versuch Bronze im Kugelstoßen. Ebenfalls Bronze gewinnen Carolin Nytra über 100 Meter Hürden und Siebenkämpferin Jennifer Oeser.
Von Michael Reinsch, BarcelonaDie deutschen Männer können es auch. Der erst 22 Jahre alte Speerwerfer Matthias de Zordo und der zehn Jahre ältere Kugelstoßer Ralf Bartels haben am Samstagabend bei der Europameisterschaft in Barcelona in spannenden Wettbewerben zwei Medaillen zu den nun insgesamt elf der deutschen Mannschaft beigetragen; eine silberne und eine bronzene.
Auch Jennifer Oeser (Leverkusen) und Carolyn Nytra (Bremen) gewannen am Abend Edelmetall: sie holten jeweils Bronze im Siebenkampf und im Hürdensprint. Insgesamt haben die deutschen Frauen schon acht Medaillen gewonnen, darunter die drei Goldenen: Verena Sailer im Sprint, Linda Stahl im Speerwurf und Betty Heidler im Hammerwerfen.
Der Saarbrücker De Zordo verbesserte seine Bestleistung um dreieinhalb Meter und forderte den Olympiasieger, Weltmeister und europäischen Titelverteidiger Andreas Thorkildsen zum Duell. Zwei Mal übernahm er die Führung, zwei Mal konterte der Norweger und gewann schließlich knapp mit 88,37 zu 87,81 Meter. Der Finne Tero Pitkämäki, Weltmeister von Osaka 2007, wurde mit 86,67 Meter Dritter.
Jennifer Oeser die Zweite der Weltmeisterschaft von Berlin, verbesserte ihre persönliche Bestleistung um rund zweihundert auf 6683 Punkte, konnte damit aber die britische Weltmeisterin Jessica Ennis (6823) und die ukrainische Olympiasiegerin Natalija Dobrinska (6778) nicht gefährden.
Die Bremerin Nytra lief die hundert Meter mit den zehn Hürden in 12,68 Sekunden, der zweitbesten Zeit ihrer Karriere. Damit wurde auch sie Dritte, hinter der Türkin Nevin Yanit (12,63) und der Irin Derval O'Rourke (12,65). Sie sei vorsichtig gelaufen, um nicht die Medaille zu riskieren, sagte sie.
Bartels konnte wieder einmal kontern
Titelverteidiger Bartels verlor seinen Titel im Kugelstoßen an den Weißrussen Andrej Michnewitsch, obwohl die Goldmedaille für 21,01 Meter zu haben war. Vor vier Jahren in Göteborg kam Bartels im sechsten und letzten Versuch auf 21,13 Meter. Doch diesmal konnte er sich, wieder beim letzten Versuch, lediglich auf 20,93 Meter steigern und gewann damit die Bronzemedaille hinter Andrei Miknewitsch aus Weißrussland (21,01) und dem polnischen Olympiasieger Tomasz Majewski (21,00).
David Storl aus Chemnitz, drei Mal Weltmeister bei Jugend und Junioren, kam im sechsten Versuch auf 20,57 Meter, nur zwanzig Zentimeter unter seiner Bestleistung, und konnte sich darüber freuen, Rang fünf erobert zu haben.
Die hoch eingeschätzten Stabhochspringer kehren mit leeren Händen von der EM zurück. Für den Münchner Fabian Schulze stehen nach dem Sieg des weit überlegenen Franzosen Renaud Lavillenie mit 5,85 Meter lediglich 5,70 Meter zu Buche. Raphael Holzdeppe (Zweibrücken) wurde mit 5,60 Meter Neunter. Der deutsche Meister Malte Mohr (München) hatte die Qualifikation nicht überstanden.