Home
http://www.faz.net/-gub-6k2b7
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, FRANK SCHIRRMACHER, HOLGER STELTZNER

Leichtathletik-DM Nytra lacht, Bayer traurig - Mohr erstmals Meister

17.07.2010 ·  In gut einer Woche beginnt in Barcelona die Leichtathletik-EM. Bei den deutschen Meisterschaften in Braunschweig überzeugen am Samstag die Frauen. Doch es gibt auch herbe Enttäuschungen. Für die EM lautet das deutsche Wunschziel „65 bis 70 plus x“.

Artikel Bilder (1) Lesermeinungen (0)

Das Traumpaar der deutschen Leichtathletik muss in diesem Sommer sportlich getrennte Wege gehen: Während Weitspringer Sebastian Bayer bei den deutschen Meisterschaften die Qualifikation für die EM klar verpasste, fährt seine Freundin Carolin Nytra als heiße Medaillenkandidatin nach Barcelona. Die Hürdensprinterin vom Bremer LT sicherte sich am Samstag in Braunschweig in 12,72 Sekunden bereits ihren vierten Titel in Serie. Den Weitsprung der Männer gewann Christian Reif (Ludwigshafen) mit 8,18 Meter.

Dagegen scheiterte der von einer hartnäckigen Fußverletzung geplagte Bayer als Zweiter mit 7,71 Metern hinter Christian Reif (Ludwigshafen/8,18) auch im letzten Anlauf an der EM-Norm (8,00). „Jetzt bin ich sehr glücklich, dass es so geklappt hat. In Barcelona will ich ins Finale kommen“, sagte Carolin Nytra.

Sie war am 8. Juli in Lausanne in famosen 12,57 Sekunden an die Spitze der Europa-Bestenliste gestürmt war. Ihren Freund, der auch bei der WM 2009 in Berlin nicht topfit angetreten und in der Qualifikation gescheitert war, feuerte sie nach ihrem Sieglauf an: „Komm, Schatz!“

Altmeister Lobinger Fünfter, Titelverteidiger Straub Achter

Gut eine Woche vor Beginn der Europameisterschaften in Barcelona (27. Juli bis 1. August) überzeugten einmal mehr die starken Frauen des Deutschen Leichtathletik-Verbandes (DLV): Hammerwerferin Betty Heidler (Frankfurt/Main) sicherte sich mit dem Meisterschafts-Rekord von 75,82 Metern ihren sechsten Titel in Serie. „Das war schon mal ein guter Test für die Quali in Barcelona. Ich bin sehr zufrieden“, meinte die WM-Zweite.

Knapp 20 Stunden nach ihrem „Abstecher“ zum Diamond-League-Meeting in Paris verteidigte auch Diskuswerferin Nadine Müller (Halle/63,07 Meter) ihren Titel, Kugelstoßerin Nadine Kleinert (Magdeburg) gewann mit 19,12 Meter. Gemeinsam mit den 12.500 Zuschauern im Eintracht-Stadion feierte Stabhochspringer Malte Mohr (München) seinen ersten Meistertitel.

Der diesjährige Vizeweltmeister in der Halle gewann mit 5,75 Meter vor Raphael Holzdeppe (Zweibrücken/5,70) und seinem Vereinskollegen Fabian Schulze (5,60). Dieses Trio hat die EM-Tickets damit gebucht. Für Altmeister Tim Lobinger endete der 20. DM-Start in Serie mit einer bitteren Enttäuschung: Mit nur einem Versuch über 5,40 Meter kam der 37-Jährige nicht über Platz fünf hinaus. Titelverteidiger Alexander Straub (Filstal) wurde mit schwachen 5,30 Metern sogar nur Achter.

Die 100 Meter entschied Alexander Kosenkow (Wattenscheid) in 10,29 Sekunden für sich, auf der Langstrecke von 3000 Meter gewann Steffen Ulicka (Kiel).Im 100-Meter-Sprint der Frauen siegte Verena Sailer (Mannheim) mit 11,23 Sekunden, Ariane Friedrich entschied den Hochsprung mit 2,00 Metern für sich.

„Mit dieser Konstellation sind wir eigentlich recht glücklich“

Mit einer starken Mannschaft will der DLV in Barcelona auf Medaillenjagd gehen. „65 bis 70 plus x“ nannte Vizepräsident Leistungssport Günther Lohre als Formel für die angepeilte Starterzahl. Dass zwischen DM-Finale und EM-Start nur neun Tage liegen, sieht der ehemalige Stabhochspringer nicht als Nachteil. „Mit dieser Konstellation sind wir eigentlich recht glücklich“, meinte der 57-Jährige. „Wer hier in Braunschweig vorn dabei ist, von dem können wir erwarten, dass er seine Form auch bis zu den Europameisterschaften halten kann.“

Müde, aber schließlich doch hellwach, verteidigte Diskuswerferin Nadine Müller ihren Titel. Knapp 20 Stunden nach ihrem fünften Platz beim Diamond-League-Meeting in Paris war die große EM-Hoffnung wieder obenauf. Die 24-Jährige musste aber bis zum fünften Versuch zittern, da Sabine Rumpf vom hessischen Verein LSG Goldener Grund 62,21 Meter vorgelegt hatte. „Sabine hat bis zum letzten Versuch ein bisschen geärgert. Ich musste wirklich alles geben“, sagte die alte und neue Meisterin.

Quelle: FAZ.NET mit Material von dpa
Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

  Weitersagen Kommentieren Merken Drucken
Weitersagen
Themen zu diesem Artikel

Stürmer in der Defensive

Von Michael Ashelm

Die Anforderungen an Angreifer haben sich stark verändert – und damit die Auswahl des Personals. Der Stürmertyp, der vorne wartet, bis er bedient wird, stirbt aus. Mehr