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Langstreckenschwimmen „Lieber mit 12.000 Quallen als mit 20 dieser Mädels“

20.03.2007 ·  Es wird an den Beinen gezogen, auf die Schwimmbrille geschlagen und um sich getreten - Langstreckenschwimmen ist nichts für zarte Gemüter. Bei der WM mussten die beiden Deutschen Angela Maurer und Britta Kamrau-Corestein viel einstecken.

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Beim Hauen und Stechen vor dem Strand von St. Kilda haben Deutschlands Langstreckenschwimmerinnen schwer einstecken müssen. „Ich wollte nur noch raus, es ging nur noch ums Überleben. Ich wäre lieber mit 12.000 Quallen geschwommen als mit 20 dieser Mädels“, sagte Britta Kamrau-Corestein.

Resigniert kletterte sie bei der Weltmeisterschaft in Melbourne aus dem Wasser, nachdem sie am Dienstag über die olympische 10-Kilometer-Distanz Sechste geworden war. Angela Maurer, Titelverteidigerin über 25 Kilometer, musste als Vierte nach zwei Stunden Kampf im Schlussspurt die Hoffnung auf Bronze begraben: „Ich habe noch nie ein solches Rennen erlebt, das war heute ganz schlimm.“ Für die Hautverletzungen waren aber andere verantwortlich: „Mir brennt alles, es waren so viele Feuerquallen unterwegs.“

„Wir haben ganz schön geprügelt“

Dabei waren die Meeresbewohner noch das kleinere Übel. Das größere waren die Konkurrentinnen. Die in vielen Wasser-Schlachten erprobten Deutschen konnten in dem Feld der 53 Starterinnen nicht ernsthaft in den Medaillenkampf eingreifen. Gerade die vielen Neulinge machten den beiden Routiniers das Leben schwer. „Wir haben ganz schön geprügelt, die ganze Zeit“, sagte Angela Maurer. „Es wurde an den Beinen gezogen und auf die Brille geschlagen“, klagte die 31 Jahre alte Verwaltungsfachfrau aus Wiesbaden. Britta Kamrau-Corestein: „Wenn die Schiedsrichter nicht durchgreifen, hat man keine Chance.“

„Lieber mit 12.000 Quallen als mit 20 dieser Mädels“

Die Jura-Studentin aus Rostock war fix und fertig. Dabei wollte sie sich selbst gar nicht als Unschuldslamm darstellen. „Es ist ja nicht so, dass ich immer nur einstecke, aber es gibt Grenzen. Ich tue mich auch schwer, andere Mädels zu verprügeln.“ Beim Vergleich mit den Männern kam das andere Geschlecht nicht besonders gut weg: „Die Mädels sind größere Zicken.“

Gemeinsame Strategie über 25 Kilometer

Die 18 Jahre alte Russin Larisa Ilschenko zeigte sich von allen Aufregungen unbeeindruckt. Sie schwamm zwei Tage nach ihrem Triumph über 5 Kilometer in 2:03:57,9 Stunden zu ihrem zweiten WM-Gold von Melbourne und ihrem sechsten WM-Titel insgesamt. Silber eroberte die Britin Cassandra Patten vor der Australierin Kate Brookes-Peterson.

Über 25 Kilometer wollen Angela Maurer und Britta Kamrau-Corestein am Samstag wieder angreifen. „Ich hoffe, das wird nicht so eine Prügelei“, sagte Titelverteidigerin Maurer. Vielleicht können sich die beiden langjährigen Kontrahentinnen dann wenigstens auf eine gemeinsame Strategie einigen. Denn nach den 10 Kilometern gestand Angela Maurer ein: „Wir haben heute nicht so zusammengearbeitet. Jede hatte mit sich selbst zu tun.“

Weltmeisterschaft in Melbourne
Langstrecke, 10 km, Frauen:
1. Larissa Iltschenko (Russland) 2:03:57,9 Std.; 2. Cassandra Patten (Großbritannien) 2:03:58,9; 3. Kate Brookes-Peterson (Australien) 2:03:59,5; 4. Angela Maurer (Mainz) 2:04:00,7; 5. Xenia Popowa (Russland) 2:04:03,7; 6. Britta Kamrau-Corestein (Rostock) 2:04:05,8; 7. Jana Pechanova (Tschechien) 2:04:07,6; 8. Poliana Okimoto (Brasilien) 2:04:09,1

Quelle: FAZ.NET mit Material von dpa
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