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Kretzschmars Karrieresprung Der Handball-Punk wird Sportdirektor

06.06.2007 ·  Stefan Kretzschmar wurde beim All-Star-Spiel zwischen einer Bundesliga-Weltauswahl und der deutschen Handball-Nationalmannschaft für sein „Lebenswerk“ ausgezeichnet. Der einstige Handball-Punk wechselt auf den Managerstuhl des SC Magdeburg.

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Mit Tränen in den Augen blickte der Handball-Punk ungläubig durch die Max-Schmeling-Halle und lauschte andächtig den Jubel-Gesängen der 8500 Zuschauer. „Wenn man die Halle sieht und die Begeisterung für den Sport spürt, würde ich lügen, wenn ich jetzt sage, ich bin nicht gerührt“, meinte Stefan Kretzschmar nach dem 36:31 mit der Bundesliga-Weltauswahl gegen die deutsche Nationalmannschaft.

Zum Abschied aus der Deutschen Handball-Liga wurde der 34-Jährige frenetisch gefeiert. Als die Liga ihren scheidenden Vorzeige-Spieler dann noch mit dem „Preis für das Lebenswerk“ auszeichnete, geriet auch das All-Star-Spiel zur Ein-Mann-Show. „Als ich vor den tobenden Fans als 'Berliner Sohn' angekündigt wurde, musste ich schlucken“, gestand der 218-malige Nationalspieler, der in Berlin aufgewachsen war.

Zukunft als Sportdirektor

Einmal noch wird Kretzschmar die Handball-Bühne betreten. Am 14. Juli bestreitet er mit einer Stefan-Kretzschmar-Auswahl gegen den SC Magdeburg in der Bördelandhalle sein Abschiedsspiel. Danach tauscht er das Trikot mit dem Schreibtisch und arbeitet für seinen Stammklub als Sportdirektor. Zuvor stehen noch die Abschlussreise mit der Mannschaft nach Mallorca und ein Urlaub auf Ibiza auf dem Programm.

Die Mitspieler spendeten minutenlang Applaus. „Es ist schade, dass er aufhört. Ich hoffe, er ist in seinem neuen Job ähnlich erfolgreich“, sagte sein langjähriger Nationalteam-Kollege Christian Schwarzer. „Wenn er als Manager genauso arbeitet wie als Spieler, dann müssen sich die anderen Klub warm anziehen“, meinte Rückraumspieler Markus Baur.

„Diesen Abend werde ich nicht vergessen

„Er hat mich bei seiner Entscheidung nicht mit einbezogen. Doch ich bin sicher, dass er den richtigen Schritt macht“, meinte auch Bundestrainer Heiner Brand. Kretzschmar zeigte den Zuschauern zum Abschluss genau das, was sie sehen wollten: Erst begeisterte er mit einem eingesprungenen Rückhand-Tor, dann zwirbelte der 34-Jährige einen Siebenmeter unter die Latte, schließlich pritschte er einen Ball in den Kasten und erntete Begeisterungsstürme der Berliner.

„Ich habe gespürt, dass die Sehnsucht aufzuhören, einen 'normalen Job' zu machen, immer größer wurde. Auch spielt mein Körper nicht mehr so richtig mit“, begründete der künftige Sport-Direktor des SC Magdeburg seinen Abschied. Und er dankte den Fans: „Diesen Abend werde ich nicht vergessen.“

Auch Jan Holpert geehrt

„Er hat heute bewiesen, dass er noch total fit ist. Es ist schade, aber man muss selber wissen, wann man aufhört“, stimmte auch Nikola Karabatic in das allgemeine Bedauern ein. Der Franzose war dank seiner sieben Treffer erfolgreichster Schütze der Weltauswahl. Zuvor war er als Handball-Spieler der Saison 2006/2007 ausgezeichnet worden. Sämtliche 36 Mannschaftskapitäne und Trainer der Bundesliga hatten sich für den „Halblinken“ vom deutschen Meister THW Kiel entschieden. Das hatte es bei einer Wahl zum Handballer des Jahres noch nicht gegeben.

„Die Wahl ehrt mich, doch wichtiger ist, dass sich alle Wünsche unserer Mannschaft erfüllt haben“, sagte der 23 Jahre alte Karabatic bescheiden. Mit Kiel gewann er das Triple aus Champions League, deutscher Meisterschaft und Pokal. Neben „Kretzsche“ wurde auch Torwart Jan Holpert von der SG Flensburg-Handewitt für sein „Lebenswerk“ geehrt. Der mit 620 Bundesliga-Spielen dienstälteste Profi hat seine aktive Karriere zum Saisonende beendet.

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