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Kommentar Schöne Experten!

09.09.2009 ·  Ein Hoch auf Bundestrainer Bauermann, der Talente wie Benzing, Harris, Staiger und Pleiß mit Erfolg bei der Basketball-EM einsetzt. Und schöne Grüße von einer Jugend, die viel besser ist, als deutsche Experten dies zuvor analysiert haben.

Von Michael Eder
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Es wird interessant, wenn die Frankfurter Skyliners in der Basketball-Bundesliga (BBL) demnächst in Ulm antreten. Dann steht auf der anderen Seite ein junger Mann, der beim TV Langen ausgebildet wurde, einem Verein in Wurfweite zu Frankfurt, der als Kooperationspartner seit Jahren mit den Skyliners zusammenarbeitet. Der junge Mann heißt Robin Benzing, ist 20 Jahre alt, 2,08 Meter groß und ein Musterbeispiel dafür, was im deutschen Basketball bislang schief gelaufen ist. Die Frankfurter trauten dem jungen Burschen nicht viel zu. Talentiert sei er, das schon, aber körperlich den harten Männern aus Amerika, die in der Bundesliga den Ton angeben, nicht gewachsen.

Talente wie Benzing wurden nicht nur von Trainern wie dem Frankfurter Murat Didin als für die Bundesliga zu leicht befunden, sondern auch von anderen „Experten“. Vor einem halben Jahr sagte Wolfgang Kram, jahrelang Vorsitzender und inzwischen Ehrenpräsident der BBL, in einem Interview mit der Frankfurter Allgemeinen Zeitung allen Ernstes, dass man mit „solchen Spielern“ in der Bundesliga nicht antreten könne, und er meinte damit die besten deutschen Nachwuchsspieler wie Robin Benzing, 20 Jahre alt, Elias Harris, 20, Lucca Staiger, 21 oder Tibor Pleiß, 19.

Bauermann hat aus der Not eine Tugend gemacht

Bundestrainer Dirk Bauermann hat sich um Leute wie Didin und Kram nicht geschert. Er lässt sich schon länger für die Einschätzung belächeln: „Es gibt genügend erstklassige deutsche Talente, aber sie bekommen in der Bundesliga keine Chance, obwohl sie gut genug sind.“ Er hat, als Dirk Nowitzki und Chris Kaman, die deutschen Stars aus der amerikanischen Profiliga NBA, für die Europameisterschaft in Polen absagten, aus der Not eine Tugend gemacht. Und so nahm er Benzing mit nach Polen, auch Harris, Staiger, Pleiß, um sie gegen die besten europäischen Spieler und eine Reihe von NBA-Profis antreten zu lassen.

Ein Hoch auf Bauermann, dem die Jungen zurückzahlen, was er ihnen an Vertrauen vorgelegt hat. Sie halfen mit, in der EM-Vorbereitung die Türken und Serben zu schlagen, und in Polen gelang in der zweiten Partie sogar ein Sieg gegen Europameister Russland, wozu Benzing in der Schlussphase einen Dreier beisteuerte und Staiger acht Sekunden vor Ende zwei Freiwürfe verwandelte.

Freundliche Grüße von einer besseren Jugend

Staiger spielt in der amerikanischen College-Liga NCAA, wohin auch Harris wechselt, der den deutschen Basketball-Ignoranten diesen Satz hinterlässt: „Ich spiele lieber in der NCAA vor 15.000 Zuschauern, als in Deutschland vor 2000 Fans auf der Bank zu sitzen.“

Benzing, immerhin, ist in Ulm in der Bundesliga untergekommen. Möge er Spielpraxis bekommen, und möge er, wenn er demnächst auf die Frankfurter trifft, den hessischen Landsleuten möglichst viele Bälle in den Korb werfen – als freundliche Grüße von einer Jugend, die viel besser ist, als deutsche Basketball-„Experten“ dies in ihren haarsträubenden Analysen herausgefunden haben.

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Jahrgang 1957, Sportredakteur.

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