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Kommentar Glaube, Liebe, Football

24.06.2007 ·  In vier Wochen will die NFL bekannt geben, ob auch nächstes Jahr Football mit Frankfurt Galaxy gespielt wird. Die NFL Europa steht auf der Kippe, auch für Galaxy könnte dies das Ende bedeuten. Von Leonhard Kazda.

Von Leonhard Kazda
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War es das? Diese Frage gerade jetzt zu stellen, hält Mike Carlson für falsch. Der Amerikaner ist Autor auf der Internetseite von „nfl.com“, dem Auftritt der National Football League im weltweiten Netz. „All diese Gerüchte“ über die bevorstehende Schließung der NFL Europa, schreibt Carlson, seien unangebracht. Und wenn sie richtig seien, könnte das „Timing“ kaum schlechter sein.

Ausgerechnet jetzt, ausgerechnet nach diesem glanzvollen Finale in der Frankfurter Commerzbank Arena, das zwar mit einer Niederlage der Galaxy gegen die Hamburg Sea Devils endete, aber wieder eines dieser donnernden und vibrierenden Showereignisse war, von denen man noch lange sprechen wird. Und ausgerechnet nach dieser Saison im europäischen Football, die wieder Zuwachszahlen brachte, was die Akzeptanz bei den Zuschauern betraf. Nicht nur in Frankfurt lieben die Fans diesen Sport. Ein wirklich unpassender Zeitpunkt also.

Das Fernsehen spielt nicht mit

Trotzdem: Die Gerüchte, dass es bald zu Ende gehen könnte mit der NFL Europa und damit auch mit Frankfurt Galaxy, sind da. Sie stammen keineswegs aus dem Reich der Phantasie, sondern haben realistische Hintergründe. Gut möglich, dass dabei das Geld eine untergeordnete Rolle spielt. Was sind schon 30 Millionen Dollar für die 32 Besitzer der amerikanischen NFL-Klubs? Sie finanzieren alljährlich das Zuschussprojekt.

Und sie tun dies schon lange. 1991 und 1992, als Galaxy noch in der Weltliga spielte, dürfte noch mehr Geld investiert worden sein, da auch nordamerikanische Teams im Wettbewerb und damit die Reisekosten noch höher waren. Dann machte die Liga zwei Jahre Pause, um als NFL Europe 1995 wieder an den Start zu gehen. Seitdem kostet die Liga Geld. Gibt es Aussichten auf Besserung? Die ehrliche Antwort: nein. Solange das Fernsehen nicht mitspielt, üben sich die Sponsoren in Zurückhaltung. Das räumt auch Uwe Bergheim, der Chef der NFL Europa, ohne weiteres ein.

Die Tatsache, dass diese Football-Liga schon seit ihrem Bestehen mit den Kosten kämpft, ist aber nicht das größte Hindernis auf dem Weg in die Zukunft. Seit nunmehr zwölf Jahren reden die Funktionäre immer wieder über ihre Pläne, die NFL Europa ausbauen zu wollen. Mit mehr Teams, in einer längeren Runde, mit größerer Spannung und besseren Sportlern wolle man spielen. Geschehen ist aber das Gegenteil der Expansion. Weniger Mannschaften, stagnierende Qualität, eine kurze Saison. Das viele Gerede über die Zukunftspläne hat die Liga etwas viel Wertvolleres gekostet als Geld: Glaubwürdigkeit. In einem Dutzend Jahren ist eine Menge davon verspielt worden. Eigentlich sollte es nun darum gehen, sie wiederzugewinnen. Diese Liga braucht vor allem eines: Klarheit in der Planung. Alles andere ergibt sich dann von selbst.

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Jahrgang 1956, Sportredakteur.

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