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Kommentar Abrechnung ohne Aufklärung

 ·  Jan Ullrich verlässt die Radsportbühne als einer der peinlichsten Absteiger des deutschen Sports. Er hat es versäumt, den Weg der Wahrheit zu wählen, und damit ein ehrenvolles Ende seiner Karriere verpasst. Ein Kommentar von Rainer Seele.

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Horst Zohsel

Bedauerlicher Abschied

Schade um Jan Ullrich - ich fand ihn als Radrennfahrer einfach großartig. Doch er war eben nur auf der Strße gut. Im Leben benötigte er Unterstützung, und er bekam sie - vielleicht von den falschen Leuten.

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Andreas Reiber
Andreas Reiber (Hembeer) - 27.02.2007 18:15 Uhr

Danke Ulle

Ein großer Stern am Radhimmel stürzt ab! Ich bin erschüttert und traurig, dass einer wie Jan Ullrich einen solchen Abgang darlegt! Dennoch waren es schöne und sehr spannende Jahre. Man freute sich bereits im Winter auf die Tour. Und auch wenn Ulle schon nach wenigen Renntage von Armstrong abgehängt war, so starb die Hoffnung auf einen Toursieg erst kurz vor Paris. Ich sage Danke Ulle! Ohne ihn wäre der Radsport nicht da wo er heute ist!

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Gertrud Schönfelder

Quäl dich du Sau

War wohl nichts mit: "Quäl dich du Sau". Jan Ullrich hat es wieder einmal vorgezogen den bequemeren Weg des Aussitzens zu gehen. Glaubt er wirklich dass irgendwann sich ein Betreuer findet, der dann, wenn die Beweise endich vorliegen aussagen wird, dass er ihm nachts, heimlich ohne dass Jan Ullrich es merkte, dessen Blut ausgetauscht hat?
Sein Fall wird endlos sein und dann wird er überlegen, ob er nicht doch die falschen Berater hatte und es für ihn nicht einfacher gewesen wäre, sich bereits 2006 durch eine aktive Mithilfe einen besseren Abgang zu verschaffen als heute.
Ich habe das Interview mit Beckmann gesehen und es macht mich unendlich traurig.

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Hanning Kempe
Hanning Kempe (Hanning) - 27.02.2007 14:56 Uhr

Reden statt Handeln

Tatsächlich fällt es schwer nach dem gestrigen Auftritt von Jan Ullrich an seine Unschuld zu glauben. Wohl muss auch als naiv bezeichnet weren, wer davon ausgeht, dass Weltklasseleistungen im Radrennsport heute ohne den Einsatz von Dopingmitteln konstant möglich sind. Wer allerdings vehement die Austrocknung des Dopingsumpfes fordert, der darf nicht bei der Verantwortung der Fahrer aufhören. Unglaubwürdig werden jetzt auch diejenigen, die in erfolgreichen Tagen durch übergrosse Nähe zu dem einstigen Radidol Profil gewinnen wollten und nun versuchen dasselbe durch grösstmögliche Distanz zu erreichen. Derartige "Kuschler" braucht der deutsche Radsport ebensowenig wie gedopte Lichtgestalten.

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Closed via SSO
Detlef Stark (wool-web) - 27.02.2007 13:39 Uhr

Jan Ullrich - Unschuldsvermutung

Einigen Vorkommentatoren muss es erneut gesagt werden:
Die Unschuldsvermutung hat vor einem ordentlichen Gericht gegenüber dem Angeklagten zu gelten.

Davon ist hier nicht die Rede:
Die Sportverbände sind nur ihrem eigenen Reglement verpflichtet und das besagt nun mal, dass auch bei "Verdacht" des Doping eine Startberechtigung entzogen werden kann.
Das war hier gegeben.
Jan Ullrich hätte deswegen diesen Verdacht, am besten mit einer freiwilligen DNA-Analyse, beseitigen müssen.
Er hat es aber nicht getan und so seine derzeitige Situation selbst hervorgerufen.
Detlef Stark

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W. Tellenbach

Kommentar von "Rainer Seele"

Herr Seele spricht vom Profi-Radsport wie ein Blinder vom Licht. Die Fans verlangen Spitzenleistungen. Einer dopt und gewinnt die Tour völlig unbehelligt sieben mal, darf öffentlich vor der Doping-Probe in seinen Caravan verschwinden, um seinen Urin auszutauschen, und die anderen Fahrer sehen zu? Ich habe im Jahr nach Richard Virenque's "Doping-Skandal", als alle Fahrer dem Dopen abgeschworen hatten, mit eigenen Augen gesehen, was läuft: Am Peyresourd konnte Laurent Brochard, damaliger französischer Meister, mit dem Feld, das wie zur Kaffee-Fahrt den Berg hochfuhr, nicht mithalten und fuhr unter dem Spott der Zuschauer trotz größter Anstrengung mit großem Abstand hinterher.
Mag sein, daß Ullrich wie Bjarne Rijs und all die Anderen beim Tour-Sieg nicht sauber war. Die, die er geschlagen hat waren es auch nicht. So what?
Ich bleibe dabei: Ihr seid alle Heuchler! Ihr kennt das System und trampelt jetzt auf dem herum, dem Ihr ALLES zu verdanken habt! Sagt doch endlich mal was Sache ist!

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Thorsten Otto

Ehrenvolles Ende? unmöglich

Die Karriere des JU war in dem Moment irreparabel beschädigt in dem er auch nur unter Verdacht stand gedopt zu sein. Was hätte ein vielfach geforderter DNA Schnelltest bewiesen? Nichts! Selbst wenn die justiziale Aufklärung ergeben sollte, was wirklich zur Zeit schwer zu glauben ist, dass JU absolut unschuldig war und ist, wird es immer Leute geben, die ein "ja aber" hervorbringen. Wie auch immer die Wahrheit aussehen mag, eine Karriere wurde ohne ausreichende Gründe für beendet erklärt und das nicht erst gestern von JU persönlich. Ich wünsche JU, dass er wirklich unschuldig ist, doch beweisen wird es es niemals können. Im besten Fall werden Beweise als nichtig erklärt, Durchsuchungen für unrechtmässig etc. Aber Verfahrensfehler und anwaltliche Winkelzüge beweisen niemals eine Unschuld. "Aus Mangel an Beweisen" ist ein Freispruch zweiter Klasse und das ist bei einem Dopingverfahren doch genauso schlimm wie die Erkenntnis, dass der Sportler gedopt war. Der fade Beigeschmack wird immer erhalten bleiben.

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Oliver Böhm

Wie weit sind wir mittlerweile gekommen?

Bin weiß Gott kein Ullrich-Verehrer, sondern lediglich Verfechter des demokratischen Rechtsstaates. Und somit erschüttert, wie leichtfertig Kommentatoren eben diesen in Frage zu stellen scheinen.
Gegen Jan Ullrich mag es Beweise geben - doch wo sind sie, warum ist nach acht Monaten immer noch keine Anklage erhoben worden? Solange ein Beschuldigter nicht mittels rechtskräftiger Beweise verurteilt ist, bleibt er unschuldig. Und er hat das Recht, so viele Anwälte wie er will für sich zu beschäftigen, die seine demokratisch legitmierten Rechte wahrnimmt.
Noch - noch! - ist es so, daß in unserem Land einem Beschuldigten sein Vergehen nachgewiesen werden muß, und nicht umgekehrt. Und genau deswegen hat Ullrich gar keine Veranlassung, seine Unschuld zu beweisen. Das wäre nämlich die Umkehrung unseres rechtsstaatlichen Systems.

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Dirk Sternberg

Gefallene Helden

sind schon traurige Gestalten. Hart ist der Boden der Erkenntnis, das der Erfolg viele Väter hat, bitter die Erfahrung, dass, wer einmal die Suppe des Teufels ist, nicht nur lange Löffel braucht. Verlogen immer die Betrachter, die sich gern im Ruhme wiegen, albern die Hoffnung, mediale Kulissenschieberei kann vernebeln, dass Hochleistungssport nicht schon längst seinen Preis fordert. Wer werfe da den ersten Stein? J. Ullrich ist an sich gescheitert.

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Jörg Beckmann

Ullrich überfordert

Als begeisterter Radsportler kann ich Ihnen nur zustimmen. Leider. Doch andrerseits: Was verlangen Sie?
Ullrich, der vor allem was vom Radrennen versteht, soll nun glasklar sich selbst und die bisherigen Radsportmethoden analysieren? Da wärend auch andere überfordert.
Dass jetzt alle - auch der herrliche Herr Scharping über Ullrich herfallen, nun ja. Für mich jedoch bleibt; dass keiner so viel für die Popularität des Radsports in Deutschland getan hat, als Jan Ullrich.
Er war - unter den gegebenen Umständen - ein großartiger Radrennfahrer. Trotzalledem
Jörg Beckmann

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Jahrgang 1957, Sportredakteur.

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