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Klaus Martin Rath im Interview : „Totilas ist eine Naturgewalt“

  • Aktualisiert am

Neues Spiel, mehr Glück? Matthias Rath und Totilas Bild: dpa

Totilas kehrt ins Dressurviereck zurück: In aller Stille gibt Reiter Matthias Rath mit dem 14 Jahre alten Hengst ein Comeback. Sein Vater spricht über den Machtkampf zwischen Mensch und Tier.

          In aller Stille gibt Reiter Matthias Rath mit Totilas ein Comeback - beim Turnier in Kapellen (Belgien). An diesem Donnerstag trat er das erste Mal wieder an und gewann den Grand Prix. Zuletzt hatte sich Totilas im Januar 2013 bei einem Deckunfall einen Knieschaden zugezogen. Klaus Martin Rath, Vater und Ausbilder des Reiters und Ehemann der Mitbesitzerin Ann Kathrin Linsenhoff, fasst zusammen, was bisher geschah.

          Warum Kapellen? Schließlich hätten Sie das Pfingstturnier in Wiesbaden direkt vor der Haustür.

          Wir rechnen damit, dass wahnsinnig viel Unruhe sein wird. Matthias soll das erste Turnier wenigstens halbwegs so anfangen, dass er sich auf sich und das Pferd konzentrieren kann.

          Ist die WM im August ein Thema für die beiden?

          Erst einmal müssen wir sehen, wie er sich im Sport bewährt. Und dann entscheiden das sowieso andere.

          Totilas ist jetzt 14. Wie dick ist denn der Ordner mit seinen Tierarztrechnungen?

          Das ist ja kein Geheimnis, dass wir nach seiner Verletzung letztes Jahr vor der Wahl standen.

          Vor der Wahl, mit ihm weiterzumachen oder nicht?

          Nein. Sie können den Tierarzt an die Grenzen des Machbaren gehen lassen, damit das Pferd schnell wieder fit wird. Oder Sie entscheiden, ihm neben der medizinischen Betreuung Ruhe zu geben. Wir haben beschlossen, so, jetzt geben wir ihm die Zeit, und wenn es zwei Jahre dauert, bis dieses Pferd sich so fühlt, wie es sich fühlen muss.

          Und mit dem Decken ist auch Pause?

          Das ist so. Totilas war letztes Jahr nicht im Deckgeschäft und ist es dieses Jahr auch nicht. Wir haben das gemeinsam mit Paul Schockemöhle (dem Besitzer der Zuchtrechte, d. Red.) entschieden.

          Wie ist er denn jetzt drauf?

          Es geht ihm gut.

          Seit wann ist er wieder gesund?

          Seit November.

          Besitzer unter sich: Ann Kathrin Linsenhoff und Paul Schockemöhle

          Totilas hatte fast zwei Jahre Pause. Ist Ihre Familie wieder bereit für einen neuen Hype?

          Der Hype hat uns nicht gestört in unserer Arbeit. Auch Matthias nicht. Wir haben zwar Respekt vor dem geschriebenen Wort, aber wir messen ihm die Bedeutung zu, die es einnehmen darf, und sagen uns, das Leben geht einfach weiter.

          Das klingt jetzt so gelassen, aber standen Sie nicht vor zwei oder drei Jahren unter starkem Druck?

          Wir hatten Sorge um Matthias, dass es ihn vielleicht zu sehr belasten würde. Wir hatten uns das Ausmaß einfach nicht vorstellen können, das der Hype um Totilas annahm. Die Nachfragen haben ja auch während seiner Pause nie aufgehört. Es gab sehr viele Spekulationen, die zum großen Teil aus Neid entstanden sind.

          Da dürfen Sie sich nicht wundern. Totilas war Weltmeister mit seinem früheren Reiter Edward Gal, und wurde für viel Geld gekauft von reichen Leuten, die damit Olympiasieger werden wollten. Wenn der Misserfolg da ist, dann ist die Schadenfreude auch da. Finden Sie das nicht normal?

          Ja, das ist ein ganz normaler Gedanke. Mit diesem Risiko muss man leben. Wenn man aber sein Leben nach öffentlichen Meinungen ausrichtet, ist das falsch. Die Menschen tun mir leid, die das müssen.

          Aber Ihr Ziel war der Erfolg, und der ist nicht eingetreten. Das stimmt doch?

          Wenn man ein Pferd wie Totilas kauft und man dann sagt, man ist zufrieden, wen man eine Schleife gewinnt - das nimmt einem keiner ab. Aber es ist ja nicht so, wie immer wieder gesagt wurde. Wir haben Edward Gal nicht um das Pferd gebracht, sondern er ist einen Deal mit dem Besitzer eingegangen, wissend, dass das Pferd nach der Weltmeisterschaft 2010 verkauft würde.

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