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Kimiko Date-Krumm Älter als die Mütter ihrer Gegnerinnen

 ·  1994 hatte sie ihr bestes Jahr bei den Australian Open; damals scheiterte sie erst im Halbfinale an Steffi Graf. Knapp zwanzig Jahre später gewinnt Kimiko Date-Krumm ihr Match gegen die Nummer 12 der Setzliste mit 6:2, 6:0.

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© AP Vergrößern 42 Jahre und topfit: Kimiko Date-Krumm

Dass ihre Gegnerinnen allesamt so viel jünger sind, das ist für Kimiko Date-Krumm kein Problem, daran hat sie sich längst gewöhnt. Mittlerweile aber seien zuweilen sogar selbst die Mütter der Spielerinnen jünger als sie, und das findet sie dann auch schon etwas seltsam.  Aber viel Zeit, um nach den Spielen oder dem Training mit den anderen noch weg zu gehen, habe sie ja ohnehin nicht. „Ich bin immer so müde und kaputt, ich muss einfach viel schlafen. Und wie ein Kind liege ich meistens schon vor 22 Uhr im Bett“, sagt die Japanerin, die alles macht, um auf dem Platz hellwach zu sein. Am Dienstag besiegte sie die an Nummer 12 gesetzte Russin Nadja Petrowa 6:2 und 6:0 – und ist nun mit 42 Jahren und 109 Tagen die älteste Spielerin, die je ein Einzelspiel bei den Australian Open gewonnen hat. An diesem Donnerstag trifft sie auf die Israelin Shahar Peer.

Kimiko Date-Krumm war ja einst einer der besten Tennisspielerinnen der Welt, damals in ihrer ersten Karriere. Zwischenzeitlich war sie bis auf den vierten Platz vorgerückt. Bei den Australian Open scheiterte sie 1994 erst im Halbfinale an Steffi Graf, aber den Spaß an der Sache hatte sie da schon längst verloren. 1996 legte sie den Tennisschläger deshalb zur Seite, und da wäre er  vielleicht auch für immer geblieben, wenn sie nicht 2007 für eine Tennis-Show mit Steffi Graf und Martina Navratilova wieder mit ein wenig Training angefangen hätte.

Ihr deutscher Mann, der ehemalige Rennfahrer Michael Krumm, hatte sie vorher schon immer vergeblich dazu aufgefordert. Fit war sie ja schließlich immer noch, den London-Marathon war sie 2004 in dreieinhalb Stunden gelaufen. So aus Spaß spielte sie dann 2008 ein paar Turniere in Asien mit, und schon die ersten Erfolge reichten aus, um 2009 mit Weltranglistenplatz 184 gar auf die Profitour zurückzukehren.

Vielleicht wird die ganze Geschichte ja irgendwann in einem Kinofilm zu sehen sein, Stoff genug für ein spannendes Drehbuch wäre ja vorhanden. Vor zwei Jahren trat sie beispielsweise erstmals mal wieder auf dem Center Court in Wimbledon – 15 Jahre nach dem letzten Male. Sie verlor zwar in der vielleicht bemerkenswertesten Partie des gesamten Turnieres in drei mitreißenden Sätzen gegen Venus Williams, aber die ganze Tennis-Welt staunte und fragte sich, wie das gehen könne, dass sie in diesem Alter noch so mithalte.

Am japanischen Essen liegt es nicht

Das fragen sich immer noch alle, aber Kimiko Date-Krumm hat auch immer noch keine Antwort darauf gefunden. Das japanische Essen sei es jedenfalls nicht, sagte sie, da sei sie außerhalb Japans immer etwas skeptisch, und  am Abend vor ihrem Sieg gegen Petrowa habe sie deshalb italienische Pasta gegessen.

Sie habe einfach Freude an dem, was sie mache, das sei der größte Unterschied zu früher, als immer ein großer Druck auf ihr lastete. Nun kann sie die Dinge ganz entspannt angehen, und dass ihr dabei der ein oder andere Rekord durch die Lappen geht, ist eben nicht weiter schlimm. Im November vergangenen Jahres stand sie so in Pune im Finale, und hätte sie es gewonnen, wäre sie die älteste Siegerin eines WTA-Turnieres überhaupt geworden.

Kommt ihr aber keine größere Verletzung dazwischen, wird sie es weiter versuchen, solange eben, wie sie sich auf jeden Tag der zweiten Karriere freue. Vermutlich hält sie nun die Bestmarke für den längsten Abstand zwischen zwei Siegen bei einem – 1996 hatte sie bei den Australian Open zuletzt eine Partie gewonnen.

Ein sehr weiter Weg wäre es allerdings noch, um die bislang älteste Siegerin einer Einzelpartie bei einem Grand-Slam-Turnier abzulösen. Martina Navratilova war 47 Jahre und 235 Tage alt, als sie 2004 in Wimbledon ihre Erstrundenpartie gewann. „Solange spiele ich nicht mehr“ behauptet Kimiko Date-Krumm. Aber sicher sollte da niemand sein.

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