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Kim Clijsters Zweite Karriere

01.09.2009 ·  18 Monate nach der Geburt ihrer Tochter Jade kehrt die einst beste Tennisspielerin der Welt wieder in ihren ursprünglichen Beruf zurück. Und Kim Clijsters will nicht nur mitspielen, die gut organisierte Mutter will auf den Thron zurück.

Von Peter Penders, New York
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So manche junge Mutter wird staunen und sich fragen: „Wie macht sie das bloß?“ 18 Monate nach der Geburt ihrer Tochter Jade kehrt Kim Clijsters wieder in ihren ursprünglichen Beruf zurück, und bei dem sollte man in diesem Fall sehr fit sein. Denn die Belgierin war einst die beste Tennisspielerin der Welt, die aber Anfang 2007 genug davon hatte, jeden Tag eine Unmenge von Bällen über ein Netz zu schlagen. „Jetzt ist Zeit für ein anderes Leben“, hatte sie gesagt - bei den US Open kehrt sie nun endgültig in ihr altes zurück. Es ist das erste Mal, dass sie wieder in New York spielt. 2006 hatte sie verletzt zusehen müssen, 2005 hatte sie das letzte Grand-Slam-Turnier des Jahres gewonnen.

Ganz so wie früher aber wird es nie mehr sein, schließlich verändert ein Kind auch im Leben einer Tennisspielerin so gut wie alles. Kim Clijsters geht es nicht anders als anderen Müttern: „Ich muss organisierter sein, den Tagesablauf besser planen.“ Und natürlich dreht sich auch bei ihr nicht mehr alles um Tennis, sondern vieles um die Tochter, was aber nicht bedeuten soll, dass sie nun als Mama an den Start geht, die ein bisschen Tennis spielen will und ansonsten Spaß mit ihrer Familie haben will. „Das ist kein Comeback, das ist der Beginn einer zweiten Karriere.“

Irgendwann hatte sie wieder Gefallen gefunden an der Quälerei

Die erste hatte sie mit nur 23 Jahren beendet, die zweite startet sie nun immer noch jung mit 26 Jahren. Dazwischen hat sie geheiratet, ein Kind bekommen und ihren im Januar verstorbenen Vater auf den letzten Monaten seines Lebens begleitet. Um auf andere Gedanken zu kommen, war die Einladung, zur Eröffnung des Wimbledon-Daches einen Schaukampf an der Seite von Tim Henman gegen das Ehepaar Steffi Graf/Andre Agassi und dazu ein Einzel gegen die deutsche Tennislegende zu spielen, zur rechten Zeit gekommen. „Da sollte ich besser fit sein“, hatte Kim Clijsters gesagt, „denn Steffi wird es bestimmt sein.“ Und deshalb hatte sie wieder mit intensivem Training begonnen.

Gedanken an eine Rückkehr zum Wanderleben eines Tennisspielers seien dabei zunächst keine aufgekommen. „Zu grauenvoll“ seien die ersten Tage auf dem Platz gewesen, aber irgendwann hatte sie wieder Gefallen gefunden an der Quälerei im Training. So ist das Wesen von Spitzensportlern, das Verlangen nach Bewegung und das Streben nach Wettkampf wirken manchmal wie eine Sucht - Rückfälle sind programmiert.

Ihre Rückkehr war mit das Beste, was der darbenden Szene im Damentennis passieren konnte, denn Kim Clijsters war bis zu ihrem Rücktritt die beliebteste Spielerin weit und breit und der Beweis dafür, dass auch nette Mädchen überall hinkommen können. Nun ist sie zurück, hat all ihre Verletzungen auskuriert, und sie wird erst einmal bleiben. Denn die drei Turniere, die sie 2009 spielt, wollte sie als Test nehmen, ob die zweite Karriere einen Sinn ergibt. Gleich beim Auftakt in Cincinnati schlug sie mit der Weltranglistensechsten Swetlana Kusnetzowa die aktuelle French-Open-Siegerin, danach in Toronto die Weltranglistenachte Viktoria Azarenka. Ihre zweite Karriere hat schon begonnen, und die Kolleginnen sollten sich besser vorsehen.

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Jahrgang 1959, Sportredakteur.

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